Wirtschaft

Dem Schach auf den Fersen

Gelegentliche Rückschläge sollten nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich in den deutschen Börsensälen eine Stimmungsbesserung bemerkbar macht.

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DIE ZEIT

Vor dem Sturz

Nun liegen die Beweise auf dem Tisch. Und Richard Nixon hat gestanden. Daß er gezwungen war, sich den Todesstoß mit eigener Hand zu versetzen, gibt dem Schlußakt der Watergate-Tragödie eine fatale Konsequenz.

Zwei Nationen?

Die Umfragenpanne bei der Truman-Dewey-Wahl ist lange vergessen. Das war 1948. Die amerikanischen Institute sagten damals, die hauchdünne Entscheidung habe innerhalb der Fehlermarge gelegen, die man der Meinungsforschung zubilligen müsse.

General gesucht

Bisher waren es die Bundestagsfraktionen, die auf dem Forum des Parlaments das Profil ihrer Parteien prägten. Jetzt zeichnet sich ein Wandel ab.

Dollar-Dialog mit Arabien

Steckt der Iran hinter dem Kursaufschwung der Volkswagenaktien? Kaufen die Araber Citygrundstücke in Hamburg und Frankfurt? Steigt der Schah bei Bayer ein? Noch grassieren nur Gerüchte über orientalische Kaufabsichten.

Draufsatteln oder Abprotzen?

Ganz genau wissen wir es noch nicht. Vieles deutet darauf hin, daß weder Moskau noch die SED-Führung ein Interesse daran haben, den Fall zu eskalieren und den Disput zum Grundsätzlichen hin auszuweiten.

Beschwörungsformeln gegen Bomben

Aufgeschreckt, entsetzt, in dunkelsten Ahnungen von neuem bestätigt und vom Gefühl der eigenen Ohnmacht wie gelähmt – so starrt Italien auf die Trümmer eines Schnellzugwagens der Deutschen Bundesbahn, in dem am Sonntag zwischen Bologna und Florenz zwölf Reisende von einer Terroristenbombe zerrissen wurden.

Zeitspiegel

Vorfahrt sollen die Abgeordneten in den Aufzügen des Bürohochhauses "Langer Eugen" erhalten, wenn sie zu wichtigen Abstimmungen in den 200 Meter entfernten Plenarsaal des Bundestages gerufen werden.

Durch Frankreich weht der Wind des Wandels

Seit zwei Monaten erst ist Valéry Giscard d’Estaing im Elyséepalast. In diesem kurzen Zeitraum ist schon viel geschehen, sind neue Gewohnheiten geschaffen worden, hat manches sich aufgeklärt oder eingespielt.

Schatten über Spinolas Zukunft

In diesem Sommer ist Lissabon nicht in die gewohnte hochsommerliche Apathie versunken. Zwar sind die Strände von Estoril und Cascais kaum weniger voll als in früheren Jahren, aber die Hauptstadt verharrt ein Vierteljahr nach dem Sturz der Diktatur noch immer in einem Zustand fiebriger Erwartung, der die Stabilität der politischen Situation widerspiegelt.

Türkischer Poker

Von dem nächtlichen Gespräch, das der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit wenige Stunden vor der Invasion auf Zypern mit US-Unterhändler Joseph Sisco führte, wurde aus Regierungskreisen in Ankara kolportiert, es sei kurz und teilweise heftig und bitter gewesen.

Freiheit - von der Hand in den Mund

Für die Griechen von heute hat diese von Plato einst aufgeworfene Frage schicksalsschwere Bedeutung. Getrieben von den bösen Erinnerungen an die Militärdiktatur, angefeuert von den Hoffnungen auf demokratische und freiheitliche Erneuerung, versuchen sie zwischen Alptraum und Traum ihre neue Wirklichkeit in den Griff zu bekommen.

Kam Kissinger nur bis zum Kanal?

Israel tut sich nach so vielen Enttäuschungen noch immer schwer, das scheinbar Unmögliche für möglich zu halten: daß Ägyptens Präsident Sadat und Jordaniens König Hussein, daß vielleicht sogar die Syrer und die gemäßigten Palästinenser nicht länger die Vernichtung des Staates der Juden wollen, sondern Frieden mit ihnen anstreben.

Der dritte Krieg hat begonnen

Ohne den Zypernkrieg, so ist zu hören, hätte der neue, der dritte Krieg in Vietnam in diesem Sommer die Schlagzeilen hergegeben.

Wolfgang Ebert: Hypochonder

Soeben sind die "Linkesten der Linken" mal wieder ins Gerede gekommen. In M. tauchte nämlich das Gerücht auf, diese Leute, denen man von eingestürzten Brücken bis zum Wintersommerwetter ungefähr alles zutrauen darf, wären auch schuld an dem Gerücht, die größte deutsche Bank sei in eine "Schieflage" geraten, in die sie dann nur durch dieses Gerede tatsächlich beinahe gekommen wäre.

Halbgötter in Schwarz

Was glauben Sie denn, mit wem Sie reden!" – "Haben Sie’s nun begriffen?" – "Reden Sie doch nicht so einen Kohl!" Kernsätze dieser Art finden sich in den Notizen, die zwei Psychologen der Hamburger Univeisität in hanseatischen Strafgerichtssälen gemacht haben.

Kunkeln um die Kandidaten

Fünfzehn Monate nach der Wahl Helmut Kohls zum Chef der Bundes-CDU wird in Rheinland-Pfalz ein Posten frei: Am 30. August entscheiden 450 Delegierte in der Rhein-Mosel-Halle zu Koblenz über Kohls Nachfolge im Landesvorsitz.

Patriot und Poltergeist

Seit Pius XI. hat er allen römischen Päpsten die Hand geküßt – mit Ausnahme von Johannes XXIII. Der war ihm zu fortschrittlich.

Liebe zum Nulltarif

In Nürnberg gibt es eine Bürgerinitiative besonderer Art. Sie macht sich stark für ein kommunales Eros-Center...............

Von der Konkubine zur Kaiserin: Auf dem Drachenthron

Wissen Sie", meinte Tz’u-hsi, an deren Bett ein Porträt der englischen Königin Victoria stand, "ich habe oft gedacht, ich sei die gescheiteste Frau, die jemals gelebt hat, und daß andere sich nicht mit mir vergleichen könnten.

Geschäft mit der Krankheit

Nach der neuen Approbationsordnung ist die Medizinsoziologie Bestandteil der vorklinischen Ausbildung. Die künftigen Ärzte werden so zumindest auf der Universität nicht mehr daran vorbeikommen, sich mit den Wechselwirkungen von Medizin und Gesellschaft zu beschäftigen.

Italien: Neue Anschläge?

Das italienische Kabinett Rumor beriet am Dienstag über die Bekämpfung des Bombenterrors, der in Italien eine Atmosphäre der Angst verbreitet.

NACHRICHTEN DER WOCHE

Zum zweitenmal hat ein DDR-Gericht in der Prozeßserie gegen Fluchthelfer die Höchststrafe verhängt. Das Bezirksgericht Gera verurteilte den Westberliner Lothar Pfiffer wegen "staatsgefährdenden Menschenhandels" zu 15 Jahren Freiheitsentzug.

NAMEN DER WOCHE

Der am 1. August im Alter von 74 Jahren verstorbene CSU-Politiker Alois Hundhammer wurde am Montag in Grünwald bei München beigesetzt.

Neue Kämpfe auf Zypern

Die gespannte Situation auf Zypern hat sich am Dienstag in neuen heftigen Kämpfen entladen. Aus ihrem Brückenkopf bei Kyrenia gingen die türkischen Invasionstruppen unter Einsatz von Granatwerfern und Geschützen zum Angriff über und drängten die griechisch-zyprischen Einheiten zurück.

Watergate: Nixons Schwenkung

Präsident Nixon hat schon sechs Tage nach dem Einbruch ins demokratische Hauptquartier Watergate – am 23. Juni 1972 – und nicht erst im März 1973, wie er bisher behauptet hatte, erfahren, daß eigene Mitarbeiter an der Aktion beteiligt waren; und er hat an diesem Tage mit seinem Stabschef Haldeman erste Besprechungen geführt, wie dieser Tatbestand zu verheimlichen sei.

Transitkommission: Keine Einigung

Einen Tag nach einer Demarche der drei Westmächte in Moskau über die Behinderungen auf den Transitwegen nach Berlin im Zusammenhang mit der Errichtung des Umweltbundesamtes endete am Dienstag eine Sondersitzung der gemischten Transitkommission ergebnislos.

Das gewöhnliche Fernsehen

Oskar Webern aus Habichsthal im Spessart, fünfundvierzig, verheiratet, ein Kind, von Beruf Pfleger im Dienst einer staatlichen 1400-Betten-Anstalt für Nerven- und Suchtkranke, Hobby-Imker und Bienenzüchter aus Neigung, einem, wie er sagt, angeborenen Interesse für Insekten folgend, hat "Alles oder nichts" hinter sich: seinen Auftritt in einer Unterhaltungssendung des Bayerischen Rundfunks.

Zeitmosaik

Das Fernsehen könnte das außergewöhnlichste Ausdrucksmittel sein. Aber diese Atmosphäre eines bankrotten Postamts demoralisiert mich.

Fakten-Schlamperei

Die Frage stellt sich nach der Lektüre des zweiten, ebenfalls von Hans Christoph Buch herausgegebenen "Literaturmagazins" (Rowohlt Taschenbuch Verlag).

Filmtips

"Im Dreck verreckt" von José Giovanni. Hinter dem schwachsinnigen deutschen Verleihtitel verbirgt sich "Le Rapace" (Der Raubvogel) aus dem Jahre 1968.

Kunstkalender

Nichts National-Repräsentatives ist beabsichtigt, die Etablierten, die Biennale- und documenta-Künstler, die Wiener Phantasten und Hundertwasser und Hrdlicka, auch Rainer, Pichler, Nitzsch und Mühl wurden weggelassen.

Die neue Schallplatte

Wie eine Flut von Kraft und Licht: 1971 starb in Chile durch einen Unfall der Leiter der "Bewegung der revolutionären Linken", Luciano Cruz; auf Texte eines gemeinsamen Freundes schrieb Luigi Nono so etwas wie einen musikalischen Nachruf.

Das Ende der Märchen

Handke, bisher mit geschlossenen Augen in sich lauschend, im Genuß der eigenen Innenwelt schwelgend ("der Traum war selber schon die Erfüllung", so beschreibt das Schlußgedicht jene Zeit), nimmt Abschied von den Träumen.

Pädagogische Werkstatt

War ick unten, harrt wer gespielt, bin ick Bett gegangen. Das ist das Tagesprotokoll eines Kindes aus dem Arbeiterviertel Neukölln in Berlin.

Der Maler, der aus dem Dunkel kam

Die Entdeckung des Werkes von Georges de la Tour (1593–1652) gehört zu den großen Funden der Kunstgeschichte, zu den großen Leistungen der Kunstwissenschaft.

Kunst für alle?

Die Idee ist wieder untergegangen, bevor sie aufgegriffen wurde. Dabei leuchtet Vasarelys Vorschlag ein, der Natur nachzuhelfen und mit Farbe Freude zu verbreiten.

Von ZEIT-Mitarbeitern

Gerhard Prause: "Genies in der Schule – Legende und Wahrheit über den Erfolg im Leben." Albert Einstein sagte in Erinnerung an seine Zeit auf einem deutschen Gymnasium: "Es ist schlecht, wenn eine Schule mit Methoden des Zwangs und der künstlichen Autorität arbeitet.

Kritik in Kürze

"Die Politik der Familie" und "Das Selbst und die Anderen", von Ronald D. Laing. Die Rezeption der Werke des englischen (Anti-) Psychiaters Ronald D.

Numerus clausus nach Plan

In der DDR gibt es keine Lehrlingskrise. Die Schulabgänger haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht zur Berufsausbildung.

Ein vergreistes Regime

Es ist offenbar eine Sache, saturiert an der Croisette von Cannes zu sitzen und mit fünfzig oder mehr Filmen einer globalen Monster-Musterschau fertig werden zu müssen; und eine ganz andere Sache, irgendeinen dieser Filme in dem sozialen Kontext zu sehen, aus dem er kommt.

Körbe für den Minister

Peter Glotz, seit wenigen Wochen Staatssekretär im Bonner Bildungsministerium und zuständig vor allem für Universitäten und auch für Forschungsprobleme, versteht die Hochschulwelt nicht mehr: "Ich habe erhebliche Zweifel", so sagt er, "ob die Universitäten ihre Forschung an einer übergeordneten Planung und erst recht an konkreten Bedürfnissen der Gesellschaft ausrichten.

Und redeten Papier

Dieser 2. August, so viel steht fest, wird die pharmazeutische Industrie in eine schwere Existenzkrise führen, den Elektrohandel hingegen, aufs schönste beleben.

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