Bei der diesjährigen Premiere des "Tristan" in Bayreuth waren vor allem drei Persönlichkeiten zugegen: Walter Scheel, Franz Beckenbauer und die Begum. So war denn Kaiser Franz in bester Gesellschaft. Und sein Ruhm strahlte denn auch wieder auf die Begum und auf unseren Präsidenten zurück.

Natürlich kann er nichts dafür, wenn seine Anwesenheit heute auch außerhalb des Fußballrasens stark bemerkt wird. Zwar hat der Kaiser bei den Weltmeisterschafts-Spielen sein Bestes getan. Aber das übrige besorgen wir, seine Untertanen. Wir machen ihn groß und immer größer. Daß wir dabei Wagners "Tristan" zum Anlaß nahmen, ihn gesellschaftlich herauszustellen, war Zufall. Es war nur erste Gelegenheit. Wir machen ja weiter.

War Beckenbauer etwa auch bei den Salzburger Festspielen? Eben nicht. Strehlers und Karajans "Zauberflöte" war nun einmal, wie die Kritiker fast alle durchblicken ließen, nicht der Mühe wert, hinzugehen. Infolgedessen ist Beckenbauer, der Stern von Bayreuth, überhaupt gar nicht erst nach Salzburg gereist.

Ob er notfalls bereit wäre, in Konzerte zu gehen, ist vorerst nicht bekannt. Es wäre aber zu wünschen, wenn er’s täte. Denn es höbe das Interesse. Besser noch, Beckenbauer selber dirigierte die "Neunte Symphonie".

Es ist ja allen Deutschen klar, daß wir ohne Beckenbauer nicht Weltmeister geworden wären. Haben wir also einen Nationalhelden an ihm, so müssen wir ihn weidlich ausschlachten in den vier Jahren, da wir diese Bürde tragen.

Auf also! Wer möge die Müttergenesungsheime einweihen, wer auf dem Feldherrnhügel bei den nächsten Nato-Manövern stehen? Wer die Industrie-Messen eröffnen? Wer Kongresse einleiten?

Endlich haben wir den Mann gefunden, der das macht. Und bald werden wir auch das bekannte Kaiser-Führer-Beckenbauer-Wetter haben.