Einen Tag nach einer Demarche der drei Westmächte in Moskau über die Behinderungen auf den Transitwegen nach Berlin im Zusammenhang mit der Errichtung des Umweltbundesamtes endete am Dienstag eine Sondersitzung der gemischten Transitkommission ergebnislos. Der Bonner Delegationsleiter Wulf erklärte daraufhin gegenüber den DDR-Vertretern, die Frage müsse nun "zur weiteren Behandlung den Regierungen vorgelegtwerden".

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur ADN haben die DDR-Vertreter die Ansicht bekräftigt, daß die Errichtung des Umweltbundesamtes das Viermächteabkommen und das Transitabkommen verletze.

Die westliche Demarche in Moskau bestand in einer schriftlichen Erklärung, die die drei Botschafter getrennt im sowjetischen Außenministerium verlasen. In der mit Bonn abgestimmten Demarche wird die Sowjetunion aufgefordert, ihrer Verantwortung für einen ungehinderten Transitverkehr gerecht zu werden. Die Westmächte betonen in ihrem Einspruch, daß die Errichtung des Umweltamtes in Westberlin nicht gegen das Viermächteabkommen verstoße. Das Viermächteabkommen sehe ausdrücklich vor, "daß die Bindungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Westsektoren Berlins aufrechterhalten und entwickelt werden".