Neu in Museen und Galerien:

Karlsruhe Bis zum 25. August, Badischer Kunstverein: "Bildnerische Tatbestände – Beispiele österreichischer Kunst heute"

Nichts National-Repräsentatives ist beabsichtigt, die Etablierten, die Biennale- und documenta-Künstler, die Wiener Phantasten und Hundertwasser und Hrdlicka, auch Rainer, Pichler, Nitzsch und Mühl wurden weggelassen. Bis auf Karl Korab war kaum einer der 25 Künstler in der Bundesrepublik bisher ausgestellt. Peter Baum, der neue Leiter der Neuen Galerie der Stadt Linz, traf seine Auswahl aus der Generation zwischen 25 und 40 Jahren, "um dem Unterbewerteten auf Kosten des Überschätzten zu mehr Resonanz zu verhelfen". Michael Schwarz, neuer Leiter des Badischen Kunstvereins, holte die Ausstellung in die Bundesrepublik, unter dem zusätzlichen Aspekt, ob in den Beispielen etwas Gemeinsames, spezifisch österreichisches oder Wienerisches durchschlägt. Vielleicht ist es die Neigung zum hintergründigen Witz, zur skurrilen Pointe, zur Wort- und Bildspielerei, die bildnerische Verunsicherung von dem, was sich als "Tatbestand" darbietet, eine klimatisch bedingte Spezialität. Aus dem fotorealistisch angesetzten "Reißverschluß" entwickelt Doris Reitter eine phantastische Figuration. Michael Lechner zeichnet akkurat und ironisch kleine Bonmots, die er "Persona Ingrata" oder "Kleines Heiligtum für eine heiratsfähige Tochter" betitelt. Es gibt eine Menge Beispiele für die Tendenz, Sprache beim Wort zu nehmen, eine Art bildnerischer Linguistik, etwa bei Birgit Jürgenssen ("Zwischen zwei. Sesseln sitzen") oder bei Gotthard Muhr ("Spitzenreiter" und "Sargbuckel"). Aus der Wiener Werkstatt Krätschner & Schwarzenberger stammt spleeniges Meublement wie der Tisch mit Serviettenbildern und die Drei- und Vierbeinraumknotenhocker. Gottfried Sello

Köln Bis zum 11. August, Wallraf-Richartz-Museum: "Idylle, Klassizismus, Romantik – Deutsche Druckgraphik zu Wallrafs Zeiten"

Auch die Ausstellung gehört zum Kölner Museumsjubeljahr, enger noch als die anderen, denn hier ist die zur Zeit des Kanonikus Ferdinand Franz Wallraf, des Museumsstifters vor 150 Jahren, moderne Kunst versammelt. Es ist nur eine kleine Blütenlese, knapp 150 Blätter, aber es ist der ganze, große Kanon dessen, was damals thematisch und technisch möglich war, was zwischen Rokoko, Klassizismus und Romantik produziert wurde, mit dem und gegen den Strom. Vorzüglich am Beispiel der Landschaft, mit Leidenschaft neu und wiederentdeckt vor allem von den aus den Akademiesälen in die Natur geflüchteten romantischen Wanderern, werden die Kontraste deutlich und die Wechselbeziehungen zwischen der idealen Naturauffassung eines Koch, dem Mystizismus eines Friedrich und dem empfindsamen Realismus der Nazarener. Die Ausstellung, in der eigene Bestände ergänzt wurden (vor allem auf dem Gebiet der im rheinischen Raum nur schwach vertretenen Romantik) durch Leihgaben aus Bremen, Düsseldorf und Hamburg) korrespondiert auf das Schönste zu der Zeichnungs- und Aquarellausstellung "Die Bildwelt des deutschen Klassizismus", die im benachbarten Düsseldorf zu sehen ist (Kunstmuseum, bis zum 28. August). Petra Kipphoff

Wichtige Ausstellungen:

Hannover Bis zum 29. September, Kestnergesellschaft: "Matta"