In Nürnberg gibt es eine Bürgerinitiative besonderer Art. Sie macht sich stark für ein kommunales Eros-Center. Kopf der Initiative ist der Nürnberger Hermann Kraus, der in einer "öffentlichen Mitteilung" sein Bekehren begründet:

"Ausgangspunkt ist die immer offensichtlicher werdende Tatsache,

  • daß sowohl die aus wirtschaftlichen Motiven begründete, insofern selbst prostituierende monogame Familie als Grab der menschlichen Liebe wirkt und in die Existenzkrise gerät,
  • als auch dementsprechend die unverschleierte Form der Prostitution, der Schlagschatten auf der Familie‘ (Friedrich Engels), nicht mehr auf die traditionelle Weise existieren kann.

Die Verbesserung der zwischenmenschlichen (Liebes-) Beziehungen hat deshalb gleichzeitig in den beiden zusammengehörenden gesellschaftlichen Erscheinungen anzusetzen.

Die denkenswerten kommunalen Bemühungen um Förderung der Kommunikation müssen so lange ergebnislos bleiben, wie die grundlegende Kommunikation in Form der nicht zuletzt körperlichen Zuneigung, also der realen Liebe ausgeschlossen bleibt.

Die spezifischen Liebesbeziehungen können zumindest aus den direkten Geschäftsbeziehungen im Rahmen des kulturell vielseitig betriebenen kommunalen Eros-Centers weitestgehend herausgehalten werden. Es ist dabei an Beispiele des kommunalen Services wie des Theaters zu denken, deren wesentlicher Subventionierung sogar die Tendenz zum Nulltarif innewohnt.

Auf diese Weise ist zu erreichen, daß im kommunalen Eros-Center die zu fördernden Liebesbeziehungen gesellschaftlich – menschlichere Formen annehmen – also weniger in Waren- und Geldbeziehungen und entsprechend isolierte Sexualität entfremdet sind – als in den wirtschaftlichen Einheiten’ (Friedrich Engels) bzw. Liebesgräber der heute formal noch vorherrschenden monogamen Familie.

Durch die gleichberechtigte Betreuung und Berücksichtigung der Menschen jeglichen Geschlechtes (sowie Alters) werden im übrigen in der Praxis bald die Grenzen zwischen ‚hauptamtlichen‘ Liebeshelfer/innen und ‚ehrenamtlichen‘ Liebeshelferinnen, also zwischen Erotessen und Besuchern des Eros-Centers überhaupt verschwinden."