Abgeordnete im Schnell-Lift

Vorfahrt sollen die Abgeordneten in den Aufzügen des Bürohochhauses "Langer Eugen" erhalten, wenn sie zu wichtigen Abstimmungen in den 200 Meter entfernten Plenarsaal des Bundestages gerufen werden. Manches Votum stand auf der Kippe, weil sich diese Distanz nicht rechtzeitig bewältigen ließ. Flackerlichter und akustische Signale sollen es den Parlamentariern künftig möglich machen, aus ihren Bürohöhen so schnell wie möglich ins Plenum zu gelangen. Bisher hatte das schwerfällige Aufzugssystem bei großem Andrang zu Wartezeiten bis zu einer Viertelstunde geführt.

Souffleur für Giscard

Wenn auch der neue französische Staatspräsident Giscard d’Estaing mit den zeremoniösen Gewohnheiten gebrochen hat, die seine Vorgänger de Gaulle und Pompidou bei Pressekonferenzen stets beachteten, so verzichtet er doch nicht auf Hilfsmittel. Bei Giscards erster Pressekonferenz stand hinter einer Wasserkaraffe eine Souffleuranlage, über die ihm Fachleute aushalfen, wenn er in den Detailfragen nicht weiter wußte.

Kein Petersberg für Bonn

Ein alter Traum der auf Prestige und Repräsentation bedachten Protokollabteilung des Auswärtigen Amtes ist endgültig ausgeträumt: Die Bundesregierung wird das seit Jahren leerstehende und mit mancherlei historischen Erinnerungen befrachtete ehemalige Nobelhotel "Petersberg" auf den Höhen des Siebengebirges bei Bonn aus Sparsamkeitsgründen weder ankaufen noch mieten. Abgesehen von dem Kaufpreis, den die Eigentümerin, die Kölner Duftwasser-Familie Mülhens, auf 20 Millionen beziffert haben soll, schreckten das Finanzministerium die unvermeidlichen Renovierungskosten. Nicht zuletzt fiel dabei ins Gewicht, daß die vorübergehende Aufmöbelung der Luxusherberge für den Besuch des sowjetischen Parteichefs Breschnjew im Mai letzten Jahres eine sechsstellige Summe gekostet hat.

Papier-Bewußtsein