Der neue Jurist. Ausbildungsreform in Bremen als Planungs- und Lernprozeß. Beiträge von Rinken u. a.; Luchterhand Verlag, Darmstadt und Neuwied 1973; 281 S., 10,80 DM (Sammlung Luchterhand 109)

Hochschullehrer, Planer und ein Student der Universität Bremen geben Auskunft über Entstehung und bisherige Ausführung des "Bremer Modells" einer konsequent veränderten Juristenausbildung. Diese Information ist angesichts der Pauschalattacken von konservativer Seite gegen alles, was von der Bremer Universität kommt, dringend nötig.

Die ausgebreiteten Argumente ermöglichen eine rationale Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern des Modells; sie dürften aber auch über die Fachgrenzen hinaus von Interesse sein: als Beispiel für die Problematik der grundlegenden Verbesserung eines traditionsreichen Ausbildungsganges mit politischer Relevanz.

Wer die gesammelten Aufsätze ohne vorgefärbte Brille liest, wird bemerken, daß auch in Bremen eine Vielfalt von Meinungen und Methoden anzutreffen ist (obwohl noch keineswegs alle dort vorkommenden Positionen repräsentiert sind). Gemeinsam ist freilich allen Autoren die Einsicht, daß die bisherige Art und Weise der Juristenausbildung weder im strengen Sinne wissenschaftlich genannt werden kann noch den Erfordernissen der Berufspraxis hinreichend gerecht wird. H. P. B.