Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann – Unbedingt:

"Barbara: La Louve"; Philips 6325 073, 22,–DM

"Sie ist", sagte Georg Stefan Troller in einem imaginären Interview mit ihr, "der einzige Mensch in Paris, von dem man nichts weiß." Man sieht die polnisch-französische Chansonsängerin bisweilen auf der Bühne, lang, dünn, Hakennase mit gewölbten Flügeln, schwarze Kleidung. Man hört sie meist von Schallplatten, deren neueste "La Louve" heißt. "Ich bleibe die einsame Wölfin", singt sie da, und man möchte es gern wörtlich nehmen – weil die Intensität der Interpretation und der kongenialen Orchesterbegleitung es einem so nahelegen. Es gibt wenige andere Beispiele in dieser Gattung, wo der Arrangeur wie hier (William Sheller) dermaßen dem Text folgt, bis zum Schlagzeugschlegel, den er in "Là-bas" "da unten auf der anderen Seite des Spiegels" gegen das Glas klopfen oder in "Les hautes mers" das Gewoge (nicht malt, sondern) ahnen läßt. – Die Empfehlung "unbedingt" gilt allerdings nur für Hörer, die fast perfekt französisch sprechen; für alle anderen müßte, da die Firma wie üblich nichts als die blanke Scheibe liefert, die Warnung lauten: besser nicht.

Nach Möglichkeit:

"24 Große Chansons"; Philips6620013, (2LP) 22,– DM

Diese zwei Schallplatten bieten einen verhältnismäßig guten Querschnitt – mit Brei, Legrand, Gainsbourg, mit Barbara, Juliette Greco und Edith Piaf, mit Brassens, Yves Montand, den Frères Jacques, auch mit Johnny Hallyday, seltsamerweise auch mit Nana Mouskouri. Der Kommentar im Innern der Plattentüte ist – obwohl sich die Veröffentlichung nicht an Sammler und Kenner wendet – mehr notdürftig verhüllend als erhellend und geht offenbar davon aus, daß alles ja doch bekannt oder niemand an Kenntnissen interessiert sei. Wie hätte der Verfasser auch ausführlicher sein sollen, wenn die Firma Philips ihm doch eine Menge Platz wegnimmt für ihre Firmenreklame.

Vielleicht: