Wer an der Börse ein kleines Vermögen machen will, muß ein großes einsetzen, heißt es scherzhaft. Kaum noch lachen über solche Scherze können einige hundert Geldanleger aus Süddeutschland. Sie vertrauten ihr Kapital einer Vermögensverwaltung an, die damit an internationalen Warenterminbörsen das große Geld machen wollte. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. Von dem Geld – fast eine Million Mark – ist nichts mehr vorhanden.

Obwohl selbst großen Firmen Millionenverluste durch fehlgeschlagene Kakao- und Kupferspekulationen entstanden, vertrauen immer mehr Bundesbürger den selbsternannten Propheten dieser Branche. Während in der Bundesrepublik niemand in der Lage ist, den Wahrheitgehalt ihrer Behauptungen nachzuprüfen, gelten in den USA bereits hochgeschriebene Gewinne, die publiziert werden, als kriminelles Delikt.

Mit Vokabeln wie Strips, Straps, Straddels oder Computer-Trends umnebeln die Anlageberater ihre Tätigkeit. Was hinter diesen Fachbezeichnungen steckt, bemerken gutgläubige Spekulanten häufig erst, wenn Verluste eingetreten sind oder hohe Nachforderungen gestellt werden. Wer nicht gesunde Skepsis an den Tag legt und auf sein Geld aufpaßt, sollte nicht klagen, wenn er es eines Tages verliert. ifr.