• Nach dem Erwerb der Sperrminorität des Iran an der Fried. Krupp Hüttenwerke AG sind ständig Gerüchte über weitere iranische Beteiligungen an deutschen Großunternehmen im Umlauf und treiben zum Teil die Börsenkurse nach oben. Müßten solche Beteiligungen ölfördernder Staaten grundsätzlich anders bewertet werden als der Erwerb deutscher Aktienpakete durch – beispielsweise – einen US-Konzern?

Abs: Der Erwerb der Sperrminorität des Iran an den Krupp Hüttenwerken eröffnet in wechselseitiger Befruchtung Möglichkeiten, die sich nicht ohne weiteres auf andere mögliche Transaktionen ähnlicher Art übertragen lassen. Ein Vergleich mit dem Erwerb einer industriellen Beteiligung in Deutschland durch einen Konzern eines hochentwickelten Industrielandes ist deshalb nicht gegeben, weil in diesem Fäll der Erwerb von der Hergabe von technischem Know-how und Markterfahrung begleitet ist.

  • Halten Sie den Erwerb von Unternehmensbeteiligungen für einen sinnvollen Weg, die Überschüsse der Förderländer aus dem Ölgeschäft wieder in die Industrieländer zurückfließen zu lassen?

Abs: Der Vorteil eines Erwerbs von Unternehmensbeteiligungen zur Verringerung der Überschüsse der ölfördernden Länder könnte darin gesehen werden, daß der aus der Beteiligung fließende Ertrag nach der derzeitigen Lage weit geringer ist als die Zinslast eines Kredites.

  • Die Bundesrepublik legt ausländischen Investoren weniger Hindernisse in den Weg als die meisten anderen Industrieländer. Dies könnte dazu beitragen, daß sich Direktinvestitionen der Ölländer auf deutsche Unternehmen konzentrieren. Wäre dies grundsätzlich unbedenklich oder könnte ein massives arabisches Engagement zu einem vielleicht unerwünschten Einfluß auf die Geschäftspolitik deutscher Unternehmen führen?

Abs: Die Bundesrepublik legt nicht nur ausländischen Investoren keine Hindernisse in den Weg, sondern gewährt auch dank des Grundgesetzes ausländischen Investoren einen Rechtsschutz und Gleichbehandlung gegenüber inländischen Investoren, der die ausländischen Investoren vor Enteignung ohne angemessene und prompte Entschädigung schützt. Ich frage mich, ob dieser Schutz, der in der Bundesrepublik gegeben ist, den Weg zu entsprechendem Schutz deutscher Investitionen im Ausland ebnet.

  • Sollte sich die Bundesrepublik rechtzeitig Instrumente schaffen, um Direktinvestitionen ölfördernden Staaten notfalls in ihrem Sinne lenken zu können – so wie dies Frankreich tut?