Der neue US-Präsiden: Ford hat dem Kongreß am Montagabend in seiner ersten Rede nach der Amtsübernahme "Kommunikation, Versöhnung, Kompromiß und Zusammenarbeit" zugesagt. Nach Monaten offener Feindseligkeit zwischen Legislative und Exekutive versucht Ford nun Brücken über den Graben zu schlagen, ohne sich dabei anzubiedern: "Ich will mit Ihnen keine Flitterwochen. Ich möchte eine gute Ehe."

Auf die Watergate-Affäre ging Nixons Nachfolger nur indirekt ein. Es werde unter seiner Regierung keine illegalen Tonbandaufnahmen, Anzapfungen und keine Einbrüche geben. Die harten Gesetze zur Verhütung ungesetzlichen Eindringens in die Privatsphäre würden strikt eingehalten.

Ford erwähnte Nixon nur im Zusammenhang mit dessen Außenpolitik, die er "hervorragend" nannte und fortzusetzen versprach, wobei er die Stärke der Verteidigungskraft als sicherstes Mittel zur Erhaltung des Friedens bezeichnete.

Das Hauptgewicht der Regierungserklärung lag auf der Wirtschaftspolitik. "Überall, wo ich als Vizepräsident war, ist die übereinstimmende Sorge der Amerikaner die Inflation", sagte Ford. "Sie ist unser innerer Volksfeind Nummer eins."

Er forderte seine Landsleute auf, bei den Kongreßwahlen im November den Kandidaten ihre Stimme zu geben, die sich für eine Ausgabenbeschränkung bei Bund und Regierung und Behörden und für eine Inflationskontrolle einsetzen.