Bau-Verein klagt gegen Behörde

Die hamburgischen Behörden haben den Antrag der Bau-Verein zu Hamburg AG, gemeinnütziges Wohnungsunternehmen, auf Genehmigung zur Ausgabe weiterer Berichtigungsaktien durch Umwandlung von Rücklagen endgültig abgelehnt. Ebenso abschlägig wurde beschieden, die gesetzlich zulässige Höchstdividende von vier auf sechs Prozent heraufzusetzen. Gegen diesen Bescheid will der Bau-Verein klagen, weil er die Meinung vertritt, daß eine Höchstdividende von vier Prozent heute nicht mehr zeitgemäß ist. Auf einen bewußten Verstoß gegen das Gemeinnützigkeitsgebot, nämlich Gratisaktien ohne behördliche Genehmigung zu verteilen, wurde wegen des damit verbundenen Risikos verzichtet. Der Gesellschaft wäre dann nämlich die Gemeinnützigkeit abgesprochen worden. Dagegen hätte sie dann ebenfalls klagen können. Würde man diesen Prozeß allerdings verlieren, stände am Ende der Zwang, 80 Prozent des Gesellschaftsvermögens an den Staat abzuführen. Die Aktie des Bau-Vereins ist in letzter Zeit im Hinblick auf die angekündigte Ausgabe von Berichtigungsaktien zu einem Spekulationspapier geworden. Als sich die ablehnende Haltung der Behörde abzeichnete, geriet ihr Kurs ins Rutschen.

Royal Dutch-Kurs steigt nicht

Obwohl sich der Gewinn der Royal-Dutch-Gruppe im 1. Halbjahr 1974 gegenüber der Vergleichszeit verdoppelt hat, zeigte der Kurs der Royal-Dutch-Aktie keine positive Reaktion. An der Börse wägt man nicht so sehr die Quantität der Gewinnzunahme als ihre "Qualität". Die Gewinnexplosion ist im 1. Halbjahr zu einem Teil auf "Bestandsgewinne" als Folge der gestiegenen Rohölpreise zurückzuführen. Diese Gewinne können jedoch den Aktionären nicht nutzbar gemacht werden. Außerdem sind in den Gewinnen wieder Summen enthalten, die sich lediglich aus Wechselkursänderungen resultieren. Royal Dutch gibt für das 2. Quartal 1974 den Gewinn mit 6,3 Prozent der Gesamterlöse an. Der Prozentsatz ist gegenüber dem 2. Quartal 1973 gleich geblieben.

Keine Opposition gegen Bankenfusion

Die Hauptversammlungen der Vereinsbank in Hamburg und der Westbank AG, Hamburg/Husum, werden die Verschmelzung beider Institute mit großer Mehrheit billigen. Ein bisher opponierender Westbank-Aktionär hat seine Forderung nach Ausgabe weiterer Berichtigungsaktien (die Westbank-Aktionäre erhalten vor der Fusion Gratisaktien im Verhältnis 2:1) zurückgezogen, "um die Fusion nicht zu gefährden". Verärgerung unter Westbank-Aktionären war dadurch entstanden, daß der Westbank-Kurs unmittelbar nach der Verschmelzungsabsicht von 500 auf 450 Mark je 50-Mark-Aktie zurückgenommen wurde. Der neue Kurs entspricht der Umtauschparität Der Kurssturz wurde deshalb kritisiert, weil die Westbank zu Beginn dieses Jahres Verwertungsaktien zum Preis von 500 Mark je Stück angeboten und diese mit einer Verkaufssperre bis zum 31. Dezember 1974 versehen hatte.