Die Bundesregierung versucht immer noch, mit dem Problem der 40-Stunden-Woche im öffentlichen Dienst fertig zu werden. Unter der Regie von Staatssekretär Günter Hartkopf vom Innenministerium laufen Ressortbesprechungen, bei denen die Meinung der Personalräte in den einzelnen Ministerien eine große Rolle spielt. Die Mehrzahl der Bonner Staatsdiener würde die zwei Stunden, die sie ab Oktober weniger arbeiten müssen, am liebsten von ihrem Freitags-Pensum abziehen: Statt um 15 Uhr könnten sie dann um 13 Uhr nach Hause gehen; da ab 11 Uhr 30 die Kantinen öffnen, könnten sie dann gleich ihre Griffel fallen lassen.

Im Bundesinnenministerium erwägt man aber auch einige andere Vorschläge, die freilich kaum das Wohlgefallen der Beamten-Mehrheit finden dürften. So könnten täglich 24 Minuten an die Mittagspause angehängt werden. Doch da sich ohnedies nur wenige Bürokraten an die amtlich vorgeschriebene Pausenzeit von 30 Minuten halten (Mittagspausen von zwei Stunden sind durchaus keine Seltenheit), hätten sie real nichts gewonnen. Die andere Möglichkeit: Den Arbeitsbeginn morgens um 24 Minuten hinauszuzögern.

Auch diese Lösung würde alle jene benachteiligen, die schon heute erst dann in ihre Dienststellen kommen, wenn sie richtig ausgeschlafen haben. Schwer zu begehen ist dieser zweite Weg freilich auch deshalb, weil in den Bonner Ministerien die gleitende Arbeitszeit praktiziert wird. Stechuhren, die eine exakte Kontrolle ermöglichen würden, gelten im öffentlichen Dienst aber als unfein. pl