Mit einer Anzeigenkampagne attackiert die britische Industrie die Verstaatlichungspläne der Labour-Regierung.

Der Elefant ist kurzsichtig und plump und zertrampelt alles, was ihm unter die Füße kommt – und so ist es auch mit der Verstaatlichungspolitik der Labour-Regierung in Großbritannien, meint Aims of Industry, "die einzige Organisation, die speziell gegründet wurde, um das freie Unternehmertum zu verteidigen und die freie Marktwirtschaft zu bewahren". Ein besonders schwerfälliges Exemplar dieser Gattung – bebrillt, mit Knoten im Rüssel und unter einem riesigen Bowlerhut – führen die Ritter der Marktwirtschaft nun auf die Anzeigenseiten der Zeitungen, um Labours Pläne für Staatsbesitz und Staatskontrolle zu zertrampeln.

Die Aktion "Sag nein zu dem Elefanten" ist Teil einer Großkampagne gegen die Absichten der Regierung in London, die Industrieminister Anthony Wedgwood Benn in seinem Weißbuch "Die Wiederbelebung der britischen Industrie" (vgl. Die Pläne des "roten Lord", ZEIT Nr. 33, Seite 28) enthüllt hat. Nicht weniger als drei Millionen Mark haben die Geldgeber von Aims of Industry lokhergemacht, um Benn und seine Freunde zu stoppen.

Seit über dreißig Jahren rühmt und verteidigt Aims of Industry das System des free enterprise, also des freien Unternehmertums, mit Geld, das der Organisation aus allen Bereichen der Privatwirtschaft zufließt.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg kämpfte Aims of Industry gegen die Verstaatlichung der Eisenbahnen und der Stahlindustrie – und unterlag. Erfolgreich hingegen waren die Kampagnen gegen die Nationalisierung der Zucker- und der Zementindustrie.

Die Zucker-Lobby, Sir Ian Lyle von Tate & Lyle, und das Zementkartell, Sir John Reiss von Associated Portland Cement, führen auch heute noch das Regiment in der Organisation, deren Schlachtfeld sich in dem Maße erweiterte, wie der Staat immer weiter in Struktur und Ablauf der britischen Wirtschaft eingriff. Jetzt, so befürchten die privaten Unternehmer, geht es ihnen wirklich an den Nerv. Wenn Harold Wilsons Labour-Partei die nächsten Unterhauswahlen gewinnen sollte, steht der "Wiederbelebung der britischen Industrie" nach Labour-Art nichts mehr im Wege: Verstaatlichung im großen Stil und Staatskontrolle. wk