Der Aktionär Rolf Ostendorf in Bonn ist gegen die von der Veba geforderte Schaffung eines genehmigten Kapitals. Im Hinblick auf die von der Regierungskoalition geplante unentgeltliche Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivvermögen sei den Veba-Aktionären eine Vergrößerung ihres Aktienbesitzes nicht zuzumuten, meint er. Die Koalitions-Pläne sehen die Abführung eines Teils des bisher den Aktionären zustehenden versteuerten Gewinns an Fonds vor.

Der Antrag von Herrn Ostendorf ist einiger Überlegungen wert und wohl auch nur deshalb gestellt, um auf legitime Weise über die Vermögensbildungspläne der Bundesregierung auf der Veba-Hauptversammlung diskutieren zu können. Daß sich der Veba-Vorstand den Überlegungen des opponierenden Aktionärs nicht angeschlossen hat, ist selbstverständlich. Wenn die Veba weiter leben soll, muß sie ihre Aktionäre zur Kasse bitten. Deshalb folgende Stellungnahme der Verwaltung: "Nach unserer Überzeugung wird die Aktie auch für die Zukunft ihre bisherige Bedeutung als Anlage- und Vermögensbildungsmöglichkeit behalten."

Das setzte doch wohl voraus, daß die Koalitionspläne in ihrer bisherigen Form nicht weiter verfolgt werden. Glaubt der Veba-Vorstand das? Oder ist seine Stellungnahme nur im Hinblick auf den Kapitalbedarf der Veba abgegeben? Tatsache ist, daß jeder Aktionär die ihm aus der "Vermögensbildung" drohenden Nachteile selbst abschätzen muß. Die Vorstände, die an den Erhalt ihrer Unternehmen denken müssen, sind in dieser Frage befangen. K.W.