Einer der auf der Bühne Beteiligten drückte es so aus: "Man sang wie gegen eine Wand aus Eis. Gleich von Anfang an. Keinerlei Stimmung kam auf. Es war schrecklich. Ich habe so etwas noch nie erlebt." Der Beteiligte wollte – um Himmels willen – nicht genannt sein. Er wollte auch mit dem Berichterstatter trotz langer und ungetrübter Bekanntschaft lieber nicht öffentlich gesehen werden.

Giorgio Strehler wurde abgeschirmt von Damen: Müde... niemanden sehen ... der Arzt hat gesagt... Wer nichts sagen will, dem wollen wir gewiß nichts entlocken, was er danach bereuen müßte, weil es ihm zu immer neuen Vorwürfen zusammengeknüpft wird.

Herbert von Karajan wußte eine Antwort und teilte sie auf seine Weise mit.

Es geht um die Frage, warum die einzige neue Inszenierung einer Mozart-Oper in Salzburg dieses Jahr so durchgefallen ist wie kaum eine andere während der letzten Jahre; derart durchgefallen, daß ihr Regisseur Giorgio Strehler das eigens für ihn geschaffene Amt eines "künstlerischen Konsulenten des Direktoriums" mit Brief vom 1. August niederlegte und den Rest des ihm zustehenden Konsulenten-Gehalts von 170 000 Mark schon vorher an eine Arbeiterhilfsorganisation zu überweisen bat.

Hilde Spiel meinte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", das seien "die Drahtzieher Salzburgs" gewesen, unterstützt von Kritikern vorwiegend bundesdeutscher Provenienz. Die Vorstellung ist abenteuerlich. Da ziehen Leute Drähte durch Salzburg, und die im allgemeinen eher konkurrierenden als kooperierenden deutschen Musikkritiker unterstützen sie dabei.

In der "Times" steht es schon anders, aber nicht minder kurios: "Ein großer Teil des Publikums machte seiner Wut auf die Italiener Luft... Sowohl die österreichische wie die bayrische Presse ging zum Angriff über...".

Die "bayrische" Presse wird wohl von dem Ostpreußen Joachim Kaiser repräsentiert und seiner Kritik in der Münchner "Süddeutschen Zeitung" vom 29. Juli: "Die Zauberflöte versinkt im eiskalten Silbersee."