Der frühere Gouverneur von New York, Nelson Rockefeller, ist zum neuen amerikanischen Vizepräsidenten nominiert worden. Rockefeller wäre nach Ford der zweite Vizepräsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten, der nicht vom Volk gewählt, sondern auf Grund des 25. Verfassungszusatzes von 1965 berufen würde. Dieser Zusatz bestimmt, daß der Präsident im Falle einer Vakanz einen Nachfolger nominieren kann. Für seine Ernennung braucht er dann die Mehrheit beider Häuser des Kongresses.

Als Vizepräsident träte Nelson Rockefeller an die Stelle, die vor dem 9. August Gerald Ford eingenommen hatte. Der 66jährige Multimillionär gehört einer der reichsten Familien Amerikas an. Aus seiner 15jährigen Tätigkeit als Gouverneur von New York bringt er gute Kenntnisse in der Verwaltungs- und Regierungsarbeit mit. In den Jahren 1964 und 1968 hatte sich Rockefeller vergeblich als republikanischer Präsidentschaftskandidat beworben.

Der Senat wird unverzüglich damit beginnen, Rockefeller auf Herz und Nieren zu untersuchen. Das ist sogar wörtlich zu verstehen. Der Kandidat muß auch Befunde von seiten seiner Ärzte vorlegen.