• Die Bundesrepublik hat der DDR 1968 einen Kreditspielraum gewährt, der es dieser erlaubt, sich bis zu einem Viertel ihrer Lieferungen im innerdeutschen Handel zinslos bei der Bundesbank zu verschulden. Ziel dieser Kreditmöglichkeit war es, den innerdeutschen Handel auszuweiten. Würde nur die DDR getroffen, wenn dieser Spielraum drastisch eingeengt würde, wie es Politiker fordern, oder auch ihre westdeutschen Handelspartner, zu denen Sie zählen?

Neckermann: Ich bin der Meinung, daß sich das bei der staatlichen Lenkung der DDR-Wirtschaft bei den Lieferanten zunächst nur indirekt auswirken kann. Denn letzten Endes wird alles von staatlicher Seite dirigiert.

  • Welche indirekten Wirkungen erwarten Sie?

Neckermann: Es wäre zu befürchten, daß manch einer unserer Partner nicht mehr im bisherigen Umfang liefern könnte. Das würde uns dann zwingen, bestimmte Produkte in anderen Ländern zu kaufen, was bei technischen Artikeln durch die lange Vorbereitung und Entwicklung, die zwischen Angebot und Aufnahme eines Artikels in unser Sortiment erforderlich sind, zu langfristigen Behinderungen führen würde.

  • Sie beziehen aus der DDR unter anderem Motorräder. Sind das solche Produkte, die sich nicht gleich woanders beschaffen lassen?

Neckermann: In jeder Hinsicht. Wir müssen dabei unsere Straßenverkehrsverordnung berücksichtigen, und gerade solche Produkte müssen technisch absolut den Erfordernissen auf unserem Markt gerecht werden. Das gilt für alle technischen Artikel.

  • Können Sie uns weitere Beispiele nennen?