Erstaunt liest man, was die deutschen Arbeitgeber als neue Perspektiven unternehmerischer Politik ansehen: Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem Allgemeinwohl, marktwirtschaftliches Verhalten im Wettbewerb, mehr gesamtgesellschaftliches Ordnungsdenken. Ist das denn so neu? Sollte das nicht Sinn und Inhalt der "sozialen Marktwirtschaft" sein, seit Ludwig Erhard diesen Begriff vor 25 Jahren auf das Panier geschrieben hat?

In dem Entwurf für ein gesellschaftspolitisches Programm, den die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände jetzt vorgelegt hat, werden die Unternehmer auch aufgefordert, durch ihr Verhalten den gewandelten Gegebenheiten in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft zu entsprechen und neuen Entwicklungen aufgeschlossen gegenüberzustehen. Das klingt gut, trägt jedoch zur Sachdiskussion über die heute zur Debatte stehenden gesellschaftspolitischen Fragen nichts bei. Und die Mitbestimmungsdiskussion wird kaum dadurch bereichert, daß die Arbeitgeber für eine ausreichende Teilhabe des einzelnen an den Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen eintreten. Was ist denn "ausreichend"?

Schade, daß man von den Arbeitgebern so viele Leerformeln hört und keine Lehrformeln.

hm