.. dennoch müßte es viele Frauen wie Beate Klarsfeld geben

Vernünftig, daß Beate Klarsfeld gegen Antisemitismus und NS-Verbrechen Stimmung machen will. Aber ihr Intellekt versagt, wo es um Taten geht. Weder ist eine Ohrfeige das geeignete Mittel, Sympathien für eine Antipathie zu gewinnen, noch eine versuchte Entführung akzeptabel zur Beschleunigung eines diplomatischen Prozesses, dessen Objekt ohnehin fragwürdig ist. Ein Vorbild ist sie also gewiß nicht.

Andreas Stevens, 16 Jahre

Wir verdanken Beate Klarsfeld nicht nur den Beweis, daß und warum die Mörder noch unter uns sind. Sie hat noch mehr bewiesen. Sagen wir uns nicht jeden Tag: Ich kann als einzelner ja doch nichts tun, ja doch nichts ändern – ich bin machtlos, und Politik und Justiz sind nun einmal unantastbare Größen. Beate Klarsfeld, eine kleine Hausfrau, ist zum Sandkorn im Getriebe einer allmächtigen Justizmaschinerie geworden. Den "Skandal" haben unzureichende Gesetze und unbegreifliche Abkommen heraufbeschworen – nicht Beate Klarsfeld. Sie hat ihn nur aufgedeckt.

Lotte-Maria Wust, 20 Jahre

Die Art und Weise, in der Beate Klarsfeld durch die Entführung des in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilten und in Deutschland völlig unbehelligt lebenden ehemaligen SS-Sturmbannführers Kurt Lischka auf die skandalöse Verzögerung des deutsch-französischen Zusatzabkommens zum Überleitungsvertrag im Parlament hingewiesen hat, ist nicht dazu angetan, als Vorbild zu dienen, wohl aber das Motiv dieser Tat, NS-Verbrecher den Gerichten zuzuführen.

Nach der Verurteilung von Beate Klarsfeld zu zwei Monaten Gefängnis bleibt vielleicht bei vielen der Wunsch nach mehr "Klarsfelds" und weniger "Achenbachs" im Parlament zurück.