Herber Verlust

An Berlins Kurfürstendamm steht ein ehemaliges Botschaftsgebäude, das laut Grundbuch dem chinesischen Reich gehört. Die Grundsteuer wird den Berliner Finanzbehörden seit einigen Jahren über die Schweiz aus Maos Staatskasse überwiesen; zuvor zahlten die Nationalchinesen. Das Haus, das den Krieg fast unversehrt überstanden hat, ist unbenutzt, aber voll möbliert und wird von einem Hausmeisterehepaar verwaltet, das in zweiter Generation in fernöstlichen Diensten steht. Bis vor kurzem wurde dort auch ein Dienst-Mercedes aus der Vorkriegszeit verwahrt, regelmäßig gepflegt und zugelassen. Diesen wertvollen Oldtimer habe jetzt, so klagen chinesische Emissäre, ein Taiwan-Journalist entführt.

"Halber Sieg"

Die Einwanderung nach Israel ging im ersten Halbjahr 1974 um 33 Prozent zurück. Die Gründe für die niedrigeren Immigrationsquoten sind offensichtlich die schlechte wirtschaftliche Lage und die politische Unsicherheit in Israel nach dem Oktoberkrieg. Die derzeitige Entwicklung steht in krassem Gegensatz zur Einwanderungswelle nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967. Damals stieg die Zahl der Immigranten rasch an. Ein Sprecher in Tel Aviv erklärte zu der derzeitigen Situation, für die Einwanderer unterschieden sich die Ereignisse von 1967 und vom Oktober 1973 wie ein "ganzer Sieg" von einem "halben".

Safety first

Viele amerikanische Autofahrer wehren sich gegen das Anschnallen. Nach einer "vorsichtigen Schätzung" haben rund eine Million Autobesitzer bei ihren 74er Modellen das Sicherheitssystem überlistet, das erst bei geschlossenen Vordersitzgurten das Anlassen des Motors erlaubt und das in alle neuen Modelle eingebaut werden muß. Dabei handelten sie nicht einmal ungesetzlich: Die Vorschrift verlangt den Einbau des "Interlok-Systems", sagt aber nichts über die Benutzung.

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