Der soeben vom ADAC veröffentlichte Schalldämpfertest muß jedem Autofahrer die Zornesröte ins Gesicht treiben. Das Testergebnis beweist schlicht und einfach, daß die Automobilindustrie entweder – trotz hochentwickelter Prüfanlagen – bisher nicht in der Lage war, die Funktion der Schalldämpferanlagen und die dafür notwendigen Materialien zu testen, oder aber ihre Käufer bewußt seit Jahren mit minderwertigen Schalldämpferanlagen abspeist, um das Ersatzteilgeschäft entsprechend zu beleben.

Der Test war denkbar einfach: Die 252 ADAC-Straßenwachtwagen wurden mit verschiedenen Versuchs-Auspuffanlagen ausgerüstet und fuhren damit insgesamt 15,7 Millionen Kilometer. Nach Auswertung von 52 440 Meßdaten ergab sich folgender Optimal-Auspuff für Wagen mit Frontmotor: Rohre zwischen Motor und Vorschalldämpfer aus 1,5 mm starkem Normalblech, wie bisher. Außenhaut des Vorschalldämpfers aus ein bis zwei Millimeter starkem, beidseitig aluminiumbeschichtetem Normalstahl. Einbauteile des Vorschalldämpfers aus Normalstahl, wie bisher. Zwischenrohr und Endrohr aus aluminiumbeschichtetem Normalstahl und nur der Nachschalldämpfer aus zwölfprozentigem Chromstahl. Mehrkosten rund 50 Mark bei serienmäßigem Einbau. Lebensdauer vier Jahre. Heute hält eine normale Schalldämpferanlage höchstens zwei Jahre. Auswechseln kostet mindestens 150 Mark.

Was wird nun passieren? Das ist die große Frage. Die Technik steht dem technischen Fortschritt nicht mehr im Wege, aber vielleicht die sieben Millionen Ersatz-Schalldämpfer, die bisher jährlich in bundesdeutsche Pkw installiert wurden. F. R.