Vor Monaten war davon nur in Andeutungen die Rede – seit letzter Woche aber herrscht Gewißheit. Auch die Inhaber von Postscheckkonten müssen künftig für alle Buchungen Gebühren zahlen. Zwar kommen Postkunden einstweilen noch mit einem blauen Auge davon. Je zehn Buchungen kosten nur eine Mark monatlich – doch immerhin: Was bisher gratis war, wird nun berechnet.

Doch was schlimmer ist: Bis ins vergangene Jahr hinein las man es in Anzeigen der Post noch ganz anders. Da wurde mit dem Argument der Gebührenfreiheit für den Postscheckdienst geworben. Dem Lockruf der Post folgte seit Einführung der Kontengebühren durch Sparkassen und Banken fast eine Million Bundesbürger.

Die neuen und alten Kontoinhaber fühlen sich jetzt von Bonn gefoppt. Im Vertrauen auf die Werbebotschaft des Bundesunternehmens vertrauten sie ihr Geld der Post statt den Banken und Sparkassen an. Doch jetzt erst rückt die Post mit der Wahrheit heraus: Schon 1972 registrierte sie eine fatale Unterdeckung im Postscheckdienst. Allerdings: Auch Banken und Sparkassen warben einst, als die bargeldlose Lohnzahlung eingeführt wurde, mit dem Argument der Gebührenfreiheit. ma