Unter Zeitdruck bemühten sich die fünftausend Delegierten aus nahezu 140 Ländern am Wochenanfang auf der Bukarester Weltbevölkerungskonferenz um Annäherungen beim umstrittensten Thema "Geburtenkontrolle". "Der Gegensatz ist unüberbrückbar", erklärte die philippinische Delegierte Concepcion.

Einander entgegen stehen zwei Positionen: Übervölkerte Länder wie Indien sehen sozialen Fortschritt und Geburtenkontrolle in engem Zusammenhang; eines gehe nicht ohne das andere. Demgegenüber macht sich Argentinien zum Fürsprecher solcher Staaten, die sozialem und wirtschaftlichem Fortschritt Vorrang vor der Familienplanung einräumen; hier wird die Menschenzahl noch nicht zu einer Belastung, die Rohstoffbasis ist noch nicht annähernd ausgenutzt.

Einen dritten Standort repräsentiert China. Die chinesische Delegation läßt weder das Argument "Menschenzahl" noch die Drohung "Hunger" gelten, sondern sieht die Zukunft in rosigem Licht. Delegationsleiter Huang Schu-tse beziffert die Bevölkerung seines Landes auf "nahezu 800 Millionen". Trotz der unbekümmerten chinesischen Argumentation wird aus dem vorliegenden Zahlenmaterial erkennbar, daß die chinesische Bevölkerungspolitik auf sorgsame Planung der Wachstumsrate bedacht ist.