Von Kai D. Eichstädt

Es geht um Milliarden und deshalb wird mit feinen und unfeinen Mitteln gearbeitet. Am Montag beginnt für die Beteiligten an dem Milliardenspiel die Endrunde. Auf der traditiohellen Farnborough Air Show in Südengland bewerben sich sechs Luftfahrtkonzerne – drei aus USA, je einer aus Frankreich, Schweden und Großbritannien – als Lieferanten eines überschallschnellen Kampfflugzeuges, das den inzwischen in die Jahre gekommenen Starfighter ablösen soll – noch im September soll die Entscheidung fallen.

Frankreich, Großbritannien, Italien und die Bundesrepublik wollen sich mit Super Mirage und dem Alleskönner-Jet Panavia 200 (auch MRCA genannt) selbst versorgen. Unentschlossen sind die kleinen Nato-Partner Belgien, Holland, Dänemark und Norwegen. Ihnen sind Super Mirage und Panavia zu kompliziert in der Technik und vor allem zu teuer. Während der Panavia-Jet zur Zeit mindestens 20 Millionen Mark kostet, wollen sie höchstens 15 Millionen für ihren neuen Jet bezahlen – ein Starfighter kostete vor zehn Jahren je nach Ausrüstung zwischen fünf und acht Millionen Mark. Sie suchen deshalb auch gemeinsam einen Starfighter-Nachfolger – bei einer Sammelbestellung, so hoffen sie, gewährt ihnen der Lieferant einen günstigeren Preis.

Seit drei Jahren bereiten sich namhafte internationale Luftfahrtkonzerne auf die Ablösung des Starfighter vor.

Der Lockheed-Konzern, dessen Ingenieure einst den Starfighter entwickelten, bietet den alten Kunden mit dem "Lancer" eine weiterentwickelte Version des Oldtimers an.

General Dynamics und Northrop basteln zur Zeit an einem preiswerten, leichtgewichtigen Kampfflugzeug, das den kleinen Europäern schmackhaft gemacht wird: Die 402 von General Dynamics und die P 503, auch "Cobra" genannt, von Northrop sind Entwicklungen, die an die vom amerikanischen Verteidigungsministerium finanzierten Prototypen YF 16 (General Dynamics) und YF 17 (Northrop) angelehnt sind.

In Frankreich macht sich Marcel Dassault Hoffnungen auf einen Milliardenauftrag. Seine Verkäufer antichambrieren bei den Experten der vier Luftwaffen mit Plänen einer neuen Mirage-Entwicklung, Typenbezeichnung F 1.