Eine Schülerzeitung wird von Schülern herausgegeben und kann nicht zensiert werden. Für Artikel, die Lehrer schlechtmachen oder beleidigen, übernimmt der jeweilige Redakteur die Verantwortung. Mathias Lagler, 14 Jahre

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Schleswig-Holsteins. Schulleiter berufen sich auf eine Schulordnung aus dem Jahre 1932: "Die Schüler bedürfen für öffentliche Bekanntmachungen oder öffentliche Kundgebung sowie für Veröffentlichung in Druck und Schrift über Vorkommnisse in der Schule der Zustimmung des Schulleiters."

Mit anderen Worten, wer es wagen sollte, unliebsame Ereignisse und Vorkommnisse des Schullebens in einer Schülerzeitung anzuprangern, muß mit Repressalien rechnen. Praktisch wird damit den Schülern ein Maulkorb angelegt, und unliebsame Schulereignisse werden tabuisiert.

Es ist erstaunlich, daß im Staatsbürgerunterricht soviel von Freiheit und Demokratie die Rede ist, andererseits wird aber die Schülerpresse mehr oder minder stark zensiert. Wenn Freiheit und Demokratie irgendwo anfangen, dann müßte das bei der Schülerpresse geschehen. Da das in der Regel nicht der Fall ist, wirft, es ein bezeichnendes Schlaglicht auf den tatsächlichen Stand der Demokratie an unseren Schulen.

Eine Zensur ist grundsätzlich eines freien Staates unwürdig, und wer zensiert, der hat es offensichtlich nötig. Angelika Mogk, 18 Jahre

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