Die dynamische Rente, von der die Pensionäre profitieren, drückt die Beitragszahler immer härter.

Die Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung – fast alle Bundesbürger – bleiben vorerst von einer Beitragserhöhung verschont. Auch in Zukunft werden sie damit rechnen können, daß der Beitragssatz 18 Prozent des Bruttoeinkommens nicht übersteigt. Dennoch kommt auf rund 1,1 Millionen der 25 Millionen Renten versicherten zum 1. Januar 1975 faktisch eine Mehrbelastung zu. Zu diesem Zeitpunkt nämlich wird die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung um 300 Mark auf 2800 Mark angehoben. Praktische Konsequenz für alle versicherten Arbeiter und Angestellten mit Monatsbezügen über 2500 Mark: Ihr Nettoverdienst verringert sich um maximal 27 Mark. Neuer Höchstbeitrag: 252 Mark, hinzu kommt ein gleich hoher Arbeitgeberzuschuß.

Man schätzt, daß von den 15,5 Millionen pflichtversicherten Arbeitern jeder Fünfundzwanzigste, von den 10,2 Millionen pflichtversicherten Angestellten jeder Elfte betroffen sein wird.

Die Neuberechnung der Beitragsbemessungsgrenze beruht auf der unverändert gültigen Reichsversicherungsordnung (RVO). Danach ist die sogenannte "allgemeine Bemessungsgrenze jährlich neu zu definieren, und zwar auf Grund der durchschnittlichen Brutto-Jahresverdiensie aller Versicherten in den voraufgegangenen drei Jahren.

Für die Jahre 1971–73 beträgt diese Schlüsselzahl 16520 Mark Durch sechs geteilt und aufgerundet, ergibt das eine Beitragsbemessungsgrenze für 1975 von 2800 Mark. Sie liegt um 11,1 Prozent über der alten und steigert die Beitragseinnahmen der Rentenversicherungsträger um rund neun Prozent auf etwa 80 Milliarden Mark.

Da die Beitragsbemesstngsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung stets 75 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung beträgt, wird auch sie zum 1. Januar erhöht, und zwar von derzeit 1875 aus 2100 Mark. Geht man von einem zehnprozentigen Beitragssatz aus, so bringt das neue Jahr Versicherten mit mehr als 1875 Mark Bruttoverdienst im Monat eine Verteuerung von 11,25 Mark. Darüberhinaus werden alle Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung zur Kasse gebeten: Schon heute ist eine Anbetung der Beiträge auf durchschnittlich elf Prozent fest eingeplant. ma