Dem inzwischen geschlossenen Bankhaus Wolff KG in Hamburg weinen wohl nur wenige eine Träne nach. Es galt in der Hansestadt nicht unbedingt als erste Adresse. Wer das vornehme Geschäftsgebäude an der Außenalster betrat, so spottete man in der Hansestadt, mußte aufpassen, daß er nicht als Kommanditist wieder herauskam. Eine Anspielung auf die 32 Kommanditisten, die dem persönlich haftenden Gesellschafter Hans G. Wolff (ehemaliger Sekretär bei Hans Gerling) ein Kapital von zusammen nur knapp 15 Millionen Mark überließen. Die niedrigste Kommanditeinlage betrug fünftausend Mark, die höchste nur etwas über siebentausend. Sie kam von der italienischen Finanzgruppe Sindona, seit einiger Zeit ebenfalls in der Klemme.

Zu fragen ist dennoch, ob es dem privaten Bankgewerbe nicht gut zu Gesicht gestanden hätte, die spektakuläre Schließung von Wolff zu verhindern. Sie hat dem ohnehin angeschlagenen Vertrauen in eine bestimmte Kategorie von privaten Instituten einen weiteren Stoß versetzt.

Sicherlich, es hat Bemühungen gegeben, die in Richtung auf eine stille Abwicklung zielten. Sie scheiterten daran, daß Wolff nicht bereit war, dem Liquiditätshilfekonsortium die Bücher voll zu öffnen – mit Rücksicht auf die Kundschaft, wie es heißt. Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Frankfurter Bankhaus Bass & Herz sah sich eine im Konsortium vertretene Großbank daraufhin nicht in der Lage, eine Stützungszusage zu geben. Wolff paßte dann und gab seine Lizenz zurück. Bleibt festzustellen: Die Banken haben noch immer nicht eingesehen, daß es in ihren Reihen keine Insolvenz mehr geben darf. Jede neue bedeutet einen Schritt in Richtung auf Verstaatlichung. K. W.