Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann –

Unbedingt:

The Temptations: "Anthology 1964–1973"; Tamla Motown 1C 188-94 936/37, 29,– DM

Die Temptations, direkte Nachfolger von Vokalgruppen wie den Coasters und den Drifters, haben unter allen Bands der Soul-Firma Motown die wohl abenteuerlichste und abwechslungsreichste Karriere hinter sich. Denn obwohl sie in David Ruffin (Tenor) und Eddie Kendricks (Falsett-Tenor) zwei überragende Sänger besaßen, war ihre Identität als Gruppe in ungewöhnlichem Maß von der Persönlichkeit ihrer Produzenten abhängig, die ständig (und erstaunlicherweise sehr erfolgreich) mit neuen Vokal- und Instrumental-Arrangements experimentierten. Das Ergebnis waren Soul-Klassiker wie "Get Ready", "I’m Losing You", "Cloud Nine" und "Papa Was A Rollin’ Stone", neben Stevie Wenders "Superstition" der stilistisch wohl einflußreichste Soul-Song der letzten Jahre. Die letzte Nummer dieses Doppelalbums, "Masterpiece", dokumentiert den beginnenden Niedergang dieser Gruppe, die einmal zu den größten gehört hatte.

Nach Möglichkeit:

Bad Company: "Bad Co."; Island 88 005, 22,– DM

Ein schnörkelloser Schlagzeugstil, statt gezupfte Baßnoten und ein stets sensibel modulierender Gesang sind wieder charakteristisch für das Debüt der neuen Gruppe von Paul Rodgers, Der Unterschied liegt in den weniger bluesartigen Gitarren-Improvisationen von Mick Ralphs, Er bewegt sich zwar in den Grenzen des typisch britischen Blues/Rock-Stils, spielt aber die Rhythmus-Riffs nicht so melodramatisch beschwörend wie der frühere Free-Gitarrist. Diese Gruppe könnte eine der besten der nächsten Jahre werden, obwohl die Kompositionen noch nicht sonderlich originell sind.