Unter dem Reihentitel "Der Landser" erscheinen im Erich Pabel Verlag auch "Bände" und "Großbände" zum Luftkrieg — "Bände" und "Großbände" mit ungefähr gleicher Seitenzahl (60 bis 70), die "Großbände" aber noch "mit Magazin und dokumentarischer Bildbeilage". Die Bildbeilage sind acht Seiten Photoreproduktionen auf Hochglanzpapier: Flugzeuge, bekannte Flieger. Im "Landsermagazin" des Anhangs wird auf zwei, drei engbedruckten Seiten vielfach ein Fliegerheld des Ersten Weltkriegs vorgestellt.

Im Heft 339 ist es der Fliegerheld Fritz von Roeth, "Der Ballontöter der Westfront". Es folgt ein Kurzporträt Hindenburgs, des "unumstrittenen Feldherrn des I. Weltkriegs". Weiterhin wird in diesem Magazin vorgestellt: das Maschinengewehr. MG 34. Es folgt ein Dienstgradvergleich von Heer und Waffen SS. Da entspricht einem Kanonier oder Schützen ein SSMann, einem Gefreiten ein SSSturmmann, einem Obergefreiten ein SS Rottenführer, dem ein SSOberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen SS entspricht.

Danach lassen sich seemännische Fachausdrücke erlernen oder rekapitulieren "Die äußersten Enden der Raaen und der Kommandobrücke hsißen nicht Spitzen, sondern Nocken (Einzahl: die Nock) Und so weiter. Dann "Die Vermessung von Schiffen", Raumtonnen, Registertonnen. Dann See- und Windstärken: hohe See, sehr hohe See, gewaltig schwere See. Die Ankündigung eines neuen "Landser" Hefts, unter dem Slogan: "Der Landser wird immer besser!" Beispielsweise wird der "soldatische Lebensweg von Leutnant Erich Petermann nachgezeichnet. Bei diesem Band handelt es sich somit wieder um einen Ritter"Schicksale deutscher Kriegsschiffe". Dies alles auf 11 Seiten, Rückumschlag eingerechnet. Nun zum Haupttext: Karl Rusack, Sturmjäger. Die einmaligen Einsätze des Jagdgeschwaders 300 gegen amerikanische Bomberpulks. Bericht eines Geschwaderangehörigen. In einem Vorwort berichtet der Verfasser, daß dieses Jagdgeschwader erst im Frühjahr 1944 aufgestellt wurde. Kurz nach diesem Zeitpunkt setzt auch der Berichtein.

Zu Beginn ist der Held der Geschichte noch Fluglehrer. Diese Tätigkeit erfüllt ihn mit Enthusiasmus, auch noch im Kriegsjahr 1944, auch rückblickend 1973 — alles so schön und herrlich und begeisternd wie in einem Propagandafilm über die Ausbildung junger, begeisterter Soldaten, die nur darauf brennen, endlich verheizt zu werden "Vom Standpunkt des Idealisten aus gesehen, war es eine wunderbare Aufgabe, junge, begeisterte Menschen zu tüchtigen Fliegern zu erziehen; sie zu formen nach der eigenen Auffassung, die man selber vom Fliegen und von den Fliegern hat, sie nicht hinzuzüchten, sondern hinzuführen zu leidenschaftlichen, begeisterten Anhängern des Fliegen, war das Ziel "

In diesem einen Satz bereits zweimal das Adjektiv "begeistert". Aber das genügt dem Verfasser offenbar noch nicht, um den Taumel der Kriegsbegeisterung im Sommer 1944 darzustellen, kurz nach der Invasion in der Normandie. Er fragt noch einmal zusätzlich, wer die Flugschüler waren, und antwortet: "Junge Menschen waren es, nur wenige Jahre jünger als wir selbst, die es magisch zum Fliegen hinzog. Begeisterte Idealisten, Freiwillige "

Also eine wohl ideale Entsprechung: die Fluglehrer Idealisten, die Flugschüler Idealisten, die Fluglehrer begeistert, die Flugschüler begeistert, alles begeisternd. Dennoch, etwas fehlt noch zur "restlosen Begeisterung", und das ist der Kampfeinsatz. So stellt der Held der Geschichte trotz. aller idealistischen, begeisternden Fluglehrer Tätigkeit mehrfach ein "Gesuch um Fronteinsatz", und endlich, endlich erhält er den ersehnten Marschbefehl zur Sicherungsstelle der Reichsverteidigung in Berlin Gatow.

Der Held der Geschichte wird Sturmjäger. Sturmjagd war eine etwas gemilderte Form der japanischen Selbstmordfliegerei, des Kamikaze. "Für diese Einsatzart gab es eine besondere, feierliche Verpflichtungserklärung, die etwa beinhaltete, daß sich der Sturmjäger verpflichtete, bei befohlenem Sturmangriff mindestens einen Gegner zu vernichten. Ein Nachsatz besagte noch, daß diese Verpflichtung auch bei schlechten Treffer Ergebnissen oder bei Waffenausfall gelte und der Flugzeugführer in diesem Falle den Viermot durch Selbsteinsatz — das heißt durch Rammen — vernichten mußte "