Daneben spielen als Motive für die Zusammenfassung von Textverarbeitung und kleinen EDV-Anlagen bei gleichzeitiger Abtrennung von den Großanlagen vor allem technologische Aspekte eine Rolle: Schon heute ist die Textverarbeitung, wie sie IBM als ein "vollständiges Organisationskonzept für alle Bürotätigkeiten" präsentiert, ganz von Elektronik durchsetzt und somit der "kleinen" Datenverarbeitung verwandt, werden die Bausteine einander immer ähnlicher. Die modernen "Magnet-Media-Maschinen" schlagen die Brücke. Zum "System/3" beispielsweise, das seit 1970 auf dem Markt ist.

Diese Produkt-Reihe hat rasch an Boden gewonnen. Von den – nach der Diebold-Statistik – 6828 universellen IBM-Computern (ohne Prozeßrechner), die Mitte des Jahres in der Bundesrepublik installiert waren, vereinten die vier Modelle des "System/3" bereits 2440 Einheiten auf sich. Dem Wert nach ist ihr Anteil am Gesamtbestand natürlich viel geringer (vielleicht knapp zehn Prozent). Mit Monatsmieten zwischen 4000 und 20 000 Mark – entsprechend einem Kaufpreis von 200 000 bis zu einer Million Mark – liegen diese Rechner aber deutlich oberhalb der Preisgrenze der Kleincomputer der sogenannten "Mittleren Datentechnik (MDT), die – ein deutsches Eigengewächs – aus Buchungsautomaten entwickelt worden sind (Fabrikate vor allem Nixdorf, Kienzle, Philips, Triumph-Adler, Anker, Hohner). Diese MDT-Anlagen, die je nach Leistungsklassen heute als "Büro-Computer" ebenso wie als Terminals – Datenaußenstellen für große Computer – verwendet werden, kosten heute überwiegend zwischen 20 000 und 80 000 Mark.

Die Grenzen werden sich jedoch weiter verschieben. Auch wenn IBM vorerst nicht daran zu denken, scheint, in die hart umkämpfte Mittlere Datentechnik vorzustoßen, so könnte sich die Marktstrategie auch einmal ändern. Es wäre nur logisch, die Lücke zwischen der Büroelektronik und dem "System/3" zu schließen.

Auch wenn Bösenberg marktstrategische Motive für die ins Auge gefaßte Abkoppelung der Bürotechnik und der Kleinrechner rundweg verneint, fällt es schwer, diesen Aspekt außer Betracht zu lassen. Der Wettbewerb im Mittelfeld zwischen Büromaschinentechnik und Datenverarbeitung würde gewiß härter werden, wenn sich IBM zu der Teilung entschließt. Die neue Firma würde eine größere Marktdynamik entwickeln und vor allem den Konkurrenten zusetzen, die sich auf dem gleichen Terrain mit ähnlichen Produkten tummeln – in erster Linie der zum amerikanischen Litton-Konzern gehörenden erfolgreichen und ertragsstarken Triumph-Adler-Gruppe.

Triumph-Adler hat 1973 den Gruppenumsatz um 27 Prozent auf 518 Millionen Mark gesteigert, wobei der Export auf zwei Drittel wuchs. Der Anteil der Kleincomputer und Tischrechner wurde bereits auf 33 Prozene hochgetrieben in zwei Jahren soll er am so Prozent klettern. Der Chef der Gruppe, Gerd E. Weers, glaubt, daß die IBM-Pläne für sein Unternehmen das Geschäft nur noch schwieriger machen. "Die IBM ist uns heute schon so überlegen, der Abstand so groß, daß man von einer eigentlichen Konkurrenz gar nicht reden kann." Resigniert fügte er hinzu: "Die können uns gar nicht ernst nehmen. Für uns ist das wie ein Kampf gegen Windmühlenflügel.