Von Jens Friedemann

Der Traum von den eigenen vier Wänden läßt sich bei zweistelligen Hypothekenzinsen für Normalverdiener nur schwer realisieren. Um Objekte von 150 000 Mark und mehr finanzieren zu können, muß in der Regel scharf kalkuliert werden. Zwar hilft der Staat beim Bauen kräftig mit. In den Genuß dieser Vergünstigungen kommen Bauherren jedoch nur dann, wenn sie die Spielregeln beachten.

Wer nicht aufpaßt, dem flattern die ersten Rechnungen schon vor dem ersten Spatenstich ins Haus. Der Fiskus verlangt sieben Prozent des Grundstückskaufpreises, Notare und Behörden erheben diverse Gebühren für Beglaubigungen und Grundbuchangelegenheiten. Und die örtliche Gemeinde schickt dem Eigentümer nach Fertigstellung des Hauses prompt einen Bescheid über die Grundsteuer ins Haus.

Doch die meisten dieser Abgaben, die erhebliche Beträge ausmachen können, braucht der Bauherr gar nicht oder nicht in voller Höhe zu zahlen. Die wichtigste Voraussetzung hierfür: Er muß öffentliche Bauhilfe erhalten haben (Teil I der Serie "Baufinanzierung" in der ZEIT Nr. 44 "Jagd nach billigem Geld"), oder seine Wohnung muß als steuerbegünstigt anerkannt werden.

Als steuerbegünstigt gelten alle neu erbauten Wohnungen und Familienhäuser (auch Zweitwohnungen und Ferienhäuser im Inland), für die keine öffentlichen Mittel gewährt wurden und deren Wohnflächen folgende Größen nicht überschreiten:

Familienheime mit einer Wohnung 156 qm, mit zwei Wohnungen 216 qm, wobei die eigengenutzte 156 qm nicht überschreiten soll (es wird jedoch eine Toleranz von 10 Prozent zugelassen), eigengenutzte Eigentums- und Kaufeigentumswohnungen 144 qm, andere Wohnungen 108 qm.

Unter Wohnfläche ist nach SS 42 bis 44 der 2. Berechnungsverordnung die Summe aller anrechenbaren Grundflächen der Räume und Mansarden exklusive Keller, Waschküchen, Abstellräume, Garagen, Wirtschafts- und Geschäftsräume zu verstehen. Die Wohnflächen dürfen nur bis zu 50 Prozent gewerblich genutzt werden, Überschreitungen der Normsätze sind bei großem Haushalt, bei besonderen persönlichen und beruflichen Bedürfnissen oder wirtschaftlich notwendiger Grundrißgestaltung möglich. Sie sollten jedoch vor Baubeginn mit der zuständigen Behörde abgesprochen werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. Bauherren, die sich an die Auflagen halten, belohnt der Fiskus mit erheblichen Steuergeschenken.