Das Geschäft mit Verlustzuweisungen zeichnete sich bislang überwiegend durch Pleiten aus. Waren es nicht die Abschreibungskünstler selber, die kräftig abkassierten, so erwiesen sich die finanzierten Objekte häufig als Verlustquelle. Die Bundesregierung, so hieß es noch vor einem Jahr auf eine parlamentarische Anfrage, wüßte nichts Genaues über die Branche, außer, daß es dort teilweise recht unseriös zuginge.

Um so mehr verwundert es, daß sich jetzt ein Bundesunternehmen auf umstrittene Abschreibungspfade begeben will. Die Deutsche Bundesbahn beabsichtigt, über ihre Verkehrskreditbank einige hundert Millionen Mark von privaten Anlegern lockerzumachen, um mit Hilfe Berliner Steuerpräferenzen Intercityzüge bauen zu lassen.

Der Abschreibungsprominenz kann der Neuling nur recht sein. Wenn selbst "erste Adressen" sich auf heißes Abschreibungspflaster begeben, dürften demnächst auch bei ihnen die Kassen wieder klingeln. jfr.