Durch überraschende Nachgiebigkeit hat König Hussein von Jordanien die arabische Gipfelkonferenz in Rabat in ihrem wichtigsten Programmpunkt vor dem Scheitern bewahrt. Am Montag gab er plötzlich seinen hartnäckigen Widerstand gegen die Vertretung aller Palästinenser durch die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) auf. Er stimmte einer Fünf-Punkte-Resolution zu, die der PLO das Recht einräumt, "in allen befreiten palästinensischen Gebieten ... eine unabhängige nationale Obrigkeit einzusetzen".

Bisher hatte Hussein stest beansprucht, für jene Palästinenser zu sprechen, die im israelisch besetzten Westjordanien leben oder dort beheimatet waren. Der vier Jahre alte Streit darüber mit dem PLO-Chef Arafat hatte auch die ersten Tage der Konferenz bestimmt.

Während die PLO von einem "150prozentigen Sieg" sprach und Arafat Hussein für seine "patriotische Haltung" dankte, wird in Rabat vermutet, daß Hussein gerade durch seinen Rückzug aus dem Repräsentationsstreit die Lösungsmöglichkeiten blockieren will. Denn Israel erkennt Arafats Organisation nicht als Verhandlungspartner an.