Hans Peter Bull: "Die Staatsaufgaben nach dem Grundgesetz". Man fragt heute kaum noch, wie die Staatsphilosophie von der Antike bis in unser Jahrhundert, nach "Sinn" und "Zweck" des Staates, sondern nach seinen "Aufgaben" und "Funktionen". Die Arbeit über die Staatsaufgaben nach dem Grundgesetz versteht sich als juristischer Beitrag zu Grundfragen des heutigen Staatsverständnisses, der aber vielleicht nicht nur von Juristen gelesen wird. Aus der Klärung des Staatsaufgabenbegriffs und der Untersuchung seiner Verwendungszusammenhänge, der Darlegung von Ausgangspositionen des eigenen Staatsverständnisses und der Ausschöpfung der verfassungsrechtlichen Anknüpfungspunkte einer Staatsaufgabenlehre entsteht schließlich, im zweiten Teil des Buches, das Bild eines modernen Sozialstaates, der auf fast (!) allen Lebensgebieten tätig werden muß und auch tatsächlich tätig wird. Dieser Staat ist nicht "totalitär" oder "omnikompetent", aber auch nicht bloß "subsidiär", sondern vor allem "sozial" – und so steht das Prinzip des sozialen Rechtsstaates im Mittelpunkt des Buches. (Athenäum Verlag, Frankfurt, 1974; 421 S., 56,– DM.)

Wolfgang Ebert: "Vor uns die Sintflut". In diesem Band findet der Leser rund hundert satirische Glossen, die in den letzten Jahren in der ZEIT, im STERN und im Kölner Stadt-Anzeiger erschienen sind. Die Auswahl bezieht noch Satiren zum Rücktritt Willy Brandts ein und beschränkt sich vornehmlich auf Arbeiten, von denen sich vermuten läßt, daß sie über ihren Anlaß hinaus aktuell geblieben sind. Eine satirische Chronik unserer Zeit ist der Band auch insofern, als diese Satiren etwas mit unseren "chronischen" Leiden, den echten und den eingebildeten, zu tun haben. Was sich der Leser von dieser Sammlung versprechen darf, verraten Kapitel wie "Die Wahrheit über den allerletzten Krieg", "Enthüllungen über die beiden Supermächte", "Wenn sich die Großen entspannen, haben die Kleinen nichts zu lachen", "Als es noch schick war, links zu sein". (Europaverlag, Wien, 1974; 207 S., 18,– DM.)