Im Gegensatz zu früheren Jahren spielen die zu erwartenden Dividenden bei der Kursbildung an der Börse nur eine untergeordnete Rolle. Andere Faktoren wiegen schwerer. Sie sind so gravierend, daß nicht einmal die immer Rolle. Andere Aufforderungen der Kreditinstitute, die angeblich niedrigen Aktienkurse zum Kauf auszunutzen, beim Publikum auf Widerhall stoßen.

Der private Anleger erwartet vor allem Antworten auf folgende Fragen?

Kommt es im Zusammenhang mit den durch die Mineralölverteuerung vergrößerten Handelsbilanzdefiziten der meisten Länder zu einer weltweiten Wirtschaftskrise?

Wird es dieser Bundesregierung gelingen, der Verteufelung der Gewinne ein Ende zu bereiten und ihrer Wählerschaft deutlich zu machen, daß es, ohne Gewinne keine Investitionen gibt und daß überzogene Lohnforderungen weitere Arbeitsplätze in Gefahr bringen?

Wird es gelingen, aus dem Management das Proporzdenken fernzuhalten, das mit der Einführung der paritätischen Mitbestimmung automatisch Einkehr halten wird?

Das internationale Zahlungsbilanzproblem, eng zusammenhängend mit den sogenannten Petro-Dollars, ist nur international lösbar. Die Milliardenverschuldung der Industrieländer bei den Rohölförderländern ist keine Lösung des Problems. Durch die hohen Zinszahlungen wird es sogar noch verschlimmert. Aber wenigstens gewinnt man Zeit, um nach einer Lösung zu suchen.

Die Gewinnsituation der deutschen Unternehmenwird sich im kommenden Jahr mit Sicherheit verschlechtern. Dafür hat die Bundesregierung mit ihrer sogenannten Steuerreform gesorgt, die eine Anhebung des Körperschaftsteuersatzes ab 1. Januar 1975 vorsieht sowie die Vermögensteuerzahlung aus dem versteuerten Gewinn. Da es aus politischen Gründen schwer vorstellbar ist, daß die gegenwärtige Bundestagsmehrheit diese Entscheidung korrigiert, zumal sie möglicherweise spätestens im kommenden Frühjahr einer Erhöhung der Mehrwertsteuer zustimmen muß, wird man nach eleganten Auswegen zu suchen haben, um die Investitionsfähigkeit der deutschen Unternehmen zu verbessern.