Der schwarze Tyrann hetzt Mordkommandos auf die eigene Familie

Von Colin Legum

General Idi Amins Vater, Dada Amin, hat Uganda fluchtartig verlassen, weil er um sein Leben fürchten muß. In Zaire fand er Unterschlupf. Dort baut er sich jetzt als Emigrant ein Haus in dem kleinen Dorf Adibu.

General Amin hat sich auch mit seinen drei Schwestern und seinem Bruder zerstritten. Dieser Familienzwist begann mit der brutalen, vom schwarzen Tyrannen persönlich befohlenen Ermordung seiner eigenen Ehefrau Kay.

Amin selber muß ständig um sein Leben bangen. Vor einigen Wochen versuchten zwei Luftwaffenoffiziere, ihn auf dem Rückflug von Mogadischu (Somalia) nach Uganda abzuschießen. Der Anschlag mißlag, weil Amins Flugzeug in letzter Minute nach Tororo umgeleitet wurde. Es war dies bereits der zweite Attentatsversuch aus den Reihen der ugandischen Luftwaffe im Laufe dieses Jahres.

Der blutige Familienzwist im Hause Amins begann mit der Verhaftung und Ermordung von Amins früherem Außenminister Ondoga am 6. März. Amin, so heißt es, sei eifersüchtig gewesen auf Ondogas enge Beziehungen zu Prinzessin Elisabeth Bagayya, die noch vor Ondogas Tod dessen Nachfolger wurde.

Ondoga wurde eines schönen Morgens abtransportiert, als er gerade seine Tochter im Kindergarten der Nakasero-Volksschule absetzen wollte. Die vor Angst schreiende Tochter wurde Zeuge, wie fünf Männer ihren Vater überwältigten und ihn in ein Auto zerrten. Wenige Tage später wurde Ondogas grauenvoll verstümmelte Leiche aus dem Nil gefischt.