ZEIT: Herr Bundeskanzler, Sie sind nach den Wahlniederlagen Ihrer Partei in Bayern und Hessen nach Moskau gefahren. Sie haben dort schwierige Verhandlungen geführt. Sie sind zurückgekommen nach Hamburg, in eine Stadt, die inzwischen ihren sozialdemokratischen Bürgermeister verloren hatte. Wahlniederlagen, Richtungskämpfe in der Partei, personelle Querelen – haben Sie nicht den Eindruck, daß Ihnen schon sechs Monate nach der Amtsübernahme die Basis unter den Füßen wegbricht?

Schmidt: Nein, den Eindruck teile ich nicht.

ZEIT: Nach Meinung der Opposition, nach den Erklärungen von Kohl und Strauß ist Bundeskanzler Helmut Schmidt der Hauptverlierer der Wahlen.

Schmidt: Das ist deren Wunschtraum.

ZEIT: Betrachten Sie denn die Partei allein als Verlierer, oder waren Sie doch wenigstens Mitverlierer?

Schmidt: Der Bundeskanzler ist Exponent seiner Partei, nicht allein, aber doch im wesentlichen. Natürlich wird auch sein Handlungsspielraum durch Niederlagen, die seine eigene Partei erleidet, mitbeeinträchtigt.

ZEIT: Sind die Landtagswahlen ein Präjudiz für 1976, für die Bundestagswahlen?