Wenn sich eine Frau, die regelmäßig Antibabypillen eingenommen hat, entschließt, damit aufzuhören, um ein Kind zu bekommen, sollte sie nach dem Absetzen des Präparates noch mindestens einen Monat lang eine Befruchtung – etwa mit einem medianischen Verhütungsmittel – verhindern. Diesen Rat gibt Doktor Dwight Janerich, ein Epidemiologe am Institut für angeborene Mißbildungen des Staates New York. Denn, so warnt der Gelehrte in der Zeitschrift "New England Journal of Mediane" (3. Oktober), für Frauen, die in der frühen Schwangerschaft einen zu hohen Östrogen- und Progesteronspiegel haben, ist das Risiko, ein mißgebildetes Kind zur Welt zu bringen, erhöht. Vor allem müsse verhindert werden, daß eine Frau in den ersten Schwangerschaftswochen in Unkenntnis ihres Zustandes die Pille einnimmt.

Dr. Janerich hebt freilich hervor, daß das Mißbildungsrisiko auch dann noch sehr niedrig sei, also die meisten Frauen, die in der frühen Schwangerschaft die Pille genommen haben, gesunde Kinder gebären, aber seine Untersuchungsergebnisse lassen eine erhöhte Gefahr für das zu erwartende Kind erkennen. Insbesondere rät er seinen Kollegen, keine Hormonpräparate mehr für Schwangerschaftstests zu verwenden.

Das Studium der Schwangerschaftsgeschichten von 108 Frauen, die Kinder mit Defekten an den Gliedern geboren hatten und von 108 Frauen, die von gesunden Kindern entbunden worden waren, ergab: Von den Müttern der mißgebildeten Kinder hatten 14 Prozent zu Beginn der Schwangerschaft weibliche Sexualhormone eingenommen, sei es als Testpräparate oder als Antibabypillen. Bei den Müttern gesunder Babys traf dies nur in vier Prozent der untersuchten Fälle zu. Dr. Janerich errechnete daraus ein um das 4,7fache erhöhtes Risiko, einem deformierten Kind das Leben zu schenken, wenn in den ersten Schwangerschaftswochen ein Östrogen- oder Progesteronpräparat eingenommen wird.

In einem Editorial zu dieser Veröffentlichung empfehlen die Herausgeber der amerikanischen Mediziner-Zeitschrift ihren Kollegen, künftig zunächst einen Schwangerschaftstest auszuführen, ehe sie die Pille verordnen. –ow