Von Ernst Weisenfeld

In diesem Sommer machte die Bretagne Front gegen Paris – mit Liedern, mit Protestsongs und mit Balladen.

Der bekannteste dieser Protestsänger ist Milig Glenmor, 43 Jahre alt. Er gab schon 1959 sein erstes Konzert in Paris, aber damals kam nur eine Handvoll unentwegter Bretonen. 1973 beherrschte sein Bardenhaupt für einen Monat die Fassade des Pariser Variete-Theaters "Bobino". Eine neue Generation bretonischer Sänger findet inzwischen mehr "Fans". Einige ihrer Schallplatten mögen auch schon höhere Auflagen erreichen als die Platten Glenmors. Aber er ist für sehr viele ein Begriff und wird, wo immer er auftaucht, auch von den Jüngeren mit Respekt behandelt. Außerdem sind seine Lieder immer noch der umfassendste Ausdruck jenes Verlangens nach bretonischer Identität, nach dem Wiederanknüpfen an die eigene Geschichte und der Anerkennung der eigenen Lebensart, das alle beherrscht. Hier zwei Beispiele:

"Wenn Ihr weit in westlichen Landen

Den Geistern einer großen Vergangenheit

begegnet,

Hütet Euch zu lachen!