Gute Federn werden bemüht, um den Lauf der Ereignisse möglichst ausführlich darzustellen und die Ursachen des Zusammenbruchs sorgfältig zu analysieren.

Die "Frankfurter Allgemeine" in einer Eigenanzeige über das Wirken ihrer Wirtschaftsredaktion

Salinger hat gesprochen

1951 veröffentlichte er einen der Schlüsselromane der fünfziger Jahre, den "Fänger im Roggen", in dessen Hauptfigur Holden Caulfield sich eine Generation verunsicherter Jugendlicher wiedererkannte. Seit 1962 veröffentlichte er nichts mehr; seit zwanzig Jahren gab er kein Interview. In extremer Zurückgezogenheit lebt J. D. Salinger, 55 Jahre alt, auf einer Farm in New Hampshire. Ein höchst erfolgreicher Raubdruck seiner frühen, bisher nicht in Buchform erschienenen Kurzgeschichten verstörte ihn jetzt derart, daß er sein Schweigen brach und nicht nur über seine Anwälte Klage erheben ließ, sondern selber die "New York Times" anrief, um sich über den Diebstahl zu beklagen. Jene frühen Geschichten hätten einen natürlichen Tod sterben sollen. Ja, er schreibe noch immer, stundenlang jeden Tag; aber er wisse nicht, ob er das Geschriebene jemals veröffentlichen werde. "Nichts zu veröffentlichen, bedeutet einen wunderbaren Frieden ... Veröffentlichungen sind ein furchtbarer Einbruch in meine Privatsphäre. Ich schreibe gern. Sehr gern. Aber nur für mich selber und zu meinem eigenen Vergnügen."

Das Fernsehen hilft dem Film

Was lange währt, wird endlich gut. Am Montag wurde das Abkommen zwischen der Filmförderungsanstalt (FFA) und den Fernsehanstalten unterzeichnet. ARD und ZDF, nicht ganz unschuldig an der deutschen Filmkrise, wollen dem berappten Brudermedium wieder auf die Beine helfen. Bis 1978 zahlen sie 34 Millionen Mark für die Koproduktion von Filmen, die vor der Fernsehausstrahlung zwei Jahre lang im Kino laufen können. Außerdem geben sie jährlich zwei Millionen Mark für interessante Drehbücher und für die (von Film- und Fernsehleuten paritätisch besetzte) Projektkommission der FFA, schließlich verzichten sie auch auf die FFA-Prämien und den Kinoerlös der mitfinanzierten Filme, Die CDU/CSU-Länder hatten die Pauschalabgabe der Fernsehanstalten pro gesendeten Spielfilm favorisiert, die wieder nur der etablierten Filmbranche zugute gekommen wäre. Das Abkommen dagegen sichert die gezielte Förderung guter Spielfilme – ein Modell, das auch andere europäische Länder zu interessieren beginnt.

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