ZEIT: Es ist kein Geheimnis, daß sich die Mosch-Gruppe in ernsten Zahlungsschwierigkeiten befindet. Wie hoch ist der akute Finanzbedarf des Unternehmens?

Mosch: Durch die lang anhaltende Rezession und die sehr hohen Zinsen ist ein Finanzbedarf von etwa 20 Millionen Mark zu decken, um die nur noch zehn im Bau befindlichen Objekte in Westdeutschland fertigzustellen. Dieser Betrag ist ein Teilersatz für das fehlende Eigenkapital der unverkauften Wohnungseinheiten. Alle unsere Objekte sind im mittelfristigen Raum, wie das beim Wohnungseigentum üblich, ist, zwischenfifinanziert. Es handelt sich um eine Finanzierungsspitze. Die Summe zur Fertigstellung der im Bau befindlichen Objekte beträgt 60 Millionen Mark.

ZEIT: Die Hessische Landesbank, die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank, die Bank für Gemeinwirtschaft und andere Kreditinstitute beratschlagen seit Tagen, wie sie das Mosch-Problem lösen können. Besteht nicht die akute Gefahr, daß die Zinsstundungen eingestellt werden und die Mosch-Gruppe zusammenbricht?

Mosch: Die Verhandlungen mit den zehn Banken nehmen konkrete Formen an, und wir gehen davon aus, daß das Konsortium zustande kommt.

ZEIT: Vor einiger Zeit wurde das Privatvermögen von Ihnen mit einem Betrag von weit über 50 Millionen Mark beziffert. Sind Sie bereit, Ihre derzeitigen Vermögensverhältnisse den Banken gegenüber zu offenbaren und einen Teil davon als Sicherheit anzubieten?

Mosch: Ich habe zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Zahlen über mein Privatvermögen genannt und schon gar nicht gleich die von Ihnen genannten 50 Millionen. Durch den Ausbau und die Expansion meines Unternehmens habe ich die Gewinne fast ausnahmslos immer in das Unternehmen investiert oder als Rücklagen bereitgehalten. Durch diese Rücklagen war es uns möglich, solange noch unseren Verpflichtungen nachzukommen, wenn es auch – und daraus habe ich keinen Hehl gemacht – immer schwieriger wird, sich in der Baubranche durch die Verhältnisse, die wir nicht zu vertreten haben, zu behaupten.

Ich habe allein in diesem Jahr mehr als 20 Millionen Mark flüssige Mittel in die Kommanditgesellschaft investiert. Auch schon im letzten Jahr sind aus den Reserven etwa zehn Millionen Mark eingeschossen worden. Mein Privatvermögen war den Banken immer bekannt, und selbstverständlich habe ich neben den investierten 30 Millionen Mark weitere Sicherheiten angeboten. Daraus ersehen Sie, daß mein Privatvermögen sehr geschmolzen ist und keine große Bedeutung mehr hat.