Sehr geehrte Damen und Herren!

Durch einen Zufall bekam ich erst heute Ihre Ausgabe vom 4. 10. zu sehen und konnte mit Freude entnehmen, daß sich Ihr angesehenes Blatt ganz ausführlich mit einem Amateurautor wie mich befaßt. Auch eine negative Abhandlung ist immer noch besser als keine. So kommt dieses Heft doch wenigstens mal wieder ins Gespräch.

Da der Artikel mehrere Entstellungen, falsche Behauptungen und auch beleidigende Formulierungen enthält, darf ich Sie unter Berufung auf das Pressegesetz bitten, meine Entgegenhaltung ungekürzt zu veröffentlichen.

Als ich las, daß der Autor, Herr Dieter Kühn, 1935 geboren wurde, wollte ich die Sache eigentlich mit einem alten und banalen Landser-Nachkriegswort abtun: "Herr Kühn und ich haben eines gemeinsam. Wir haben zusammen in der Scheiße gelegen. – Ich an der Front und er in den Windeln."

Aber so einfach will ich es Ihnen und auch mir nun doch nicht machen.

Das "Landser-Heft" ist von mir keineswegs geschrieben, um mit den Worten von Herrn Kühn zu sprechen: "Da wird Landsermentalität konserviert, wird Landsersprache restauriert."

Ich habe das Manuskript (150 Schreibmaschinenseiten) 1946 niedergeschrieben und zwar, um für mich selbst mit dem Geschehen der Vergangenheit fertig zu werden. – Ich war damals 26 Jahre alt. – Nach meiner Gefangennahme: "... in Socken vor einem amerikanischen Panzer hergelatscht..." wurde ich von den Amerikanern aus "Referenzgründen" – so nannte man damals den Menschenhandel – nach Frankreich ausgeliefert, obwohl ich nie als Soldat in Frankreich war.