Die Welt hat wieder einmal einen neuen Steuermann. Nach nur einem Jahr und einen Monat wurde Wolf Schneider, Chefredakteur der Welt, in den Springer-Fundus für abgetakelte Chefredakteure geschoben. Das Ruder führt kommissarisch Werner Marquardt, der stellvertretende Chefredakteur der Welt. Er bereitet den Einzug eines Triumvirates vor, in dem der Vorgänger Wolf Schneiders auf dem Chefredakteursessel, Herbert Kremp, wieder ein gewichtiges Wort mitreden soll, derselbe Kremp, dessen rechtskonservativer Kurs zu einem beträchtlichen Auflagenrückgang geführt hatte.

Der Grund für die Wachablösung? Offenbar schien Axel Springer nach den für die CDU/CSU so erfolgreichen Wahlen in Hessen und Bayern der Augenblick gekommen, wieder den alten Kurs einzuschlagen, also die Welt härter nach rechts zu steuern.

Wolf Schneider mußte scheitern. Seine zaghaften redaktionellen Bemühungen, die Welt auch für Liberale wieder lesbar zu machen, blieben vergeblich. Axel Springer will ein polemisches Kampfblatt. v. K.