Israel überlegt, "wie die Selbstdarstellung der Palästinenser durch ein differenziertes System gefördert werden kann". In der Vergangenheit, so erklärte Außenminister Allon weiter, habe Israel das Schicksal der Palästinenser an eine Friedensregelung mit Jordanien geknüpft. Doch sei Jordanien nun "aus dem Spiel", da die arabische Gipfelkonferenz von Rabat der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) mit König Husseins Zustimmung das Mandat für Westjordanien zugesprochen habe.

"Es wäre jedoch falsch zu sagen, Israel verhandele nur mit Jordanien oder überhaupt nicht", so erläuterte Allon Israels Position; "denn es bestehen andere Möglichkeiten, welche die israelische Regierung zur Zeit prüft."

Die erste Andeutung, daß Israel politische Kontakte mit den Palästinensern in den besetzten Gebieten aufnehmen könnte, verband Allon mit einer erneuten Absage an die PLO. Verhandlungen werde es mit ihr nicht geben, bekräftigte der Außenminister zum selben Zeitpunkt, da PLO-Chef Arafat auf dem Wege zur UN-Vollversammlung in New York war.

Indessen ist König Hussein dabei, seinen Staat zu reorganisieren. Dies ist die unvermeidliche Konsequenz seiner Aufgabe Westjordaniens. Das Parlament, bisher paritätisch aus Vertretern Ost- und Westjordaniens zusammengesetzt, hat den Monarchen ermächtigt, es aufzulösen und ein Jahr lang ohne Volksvertretung zu regieren. Außenminister Kissinger hatte bei seiner siebenten Nahostreise in der vergangenen Woche – sie blieb ohne konkrete Ergebnisse – Hussein vergeblich zu einer Teilnahme Jordaniens an künftigen Friedensgesprächen zu bewegen versucht.