Der Schah des Iran fühlt sich mißverstanden. Da die Presse der Industrieländer nicht so berichten will; wie er dies für richtig hält, läßt er ganzseitige-Anzeigen mit Schah-Interviews in westliche Zeitungen einrücken.

Zu seinen Ansichten, die nach Meinung von Majestät bisher nicht genügend beachtet wurden, gehört, daß die enorme Verteuerung des Rohöls durch die ölproduzierenden Staaten gerecht, die Gewinne der Mineralölgesellschaften dagegen verwerflich sind. Sie sollen deshalb auf ein Viertel reduziert und die Differenz an den Verbraucher weitergeben werden. Damit hat er die Emotionen auf seiner Seite.

Mehr allerdings auch nicht. Denn eine Verringerung der Gewinne der Ölgesellschaften löst nicht das Problem der riesigen Devisenabflüsse bei den Verbraucherländern. Im übrigen wären die westlichen Gesellschaften nicht mehr in der Lage, die gewaltigen Mittel aufzubringen, die für die Ölsuche in der Nordsee, in der Arktis oder anderen schwer zugänglichen Gebieten erforderlich sind. Aber vielleicht ist genau dies der Hintergedanke seiner Majestät – denn wer abhän- gig bleibt, der muß jeden Preis zahlen. mj.