Deutsche Papierfabriken brauchen – trotz kräftiger Preiserhöhungen in den letzten eineinhalb Jahren – noch immer Kapital von draußen, um dringend erforderliche Investitionen finanzieren zu können. Die Partnersuche geriet nun bei zwei Herstellern zu einem bemerkenswerten Ereignis – vor allem in der Branche der Finanziers. Die Holtzmann & Cie. AG, zweitgrößter deutscher Papierproduzent, liierte sich diese Woche mit den Inhabern des auflagenstärksten deutschen Tagesjournals, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Und Anfang September wurde die Beteiligung des viertgrößten deutschen Illustriertenkonzerns, der Burda GmbH, an der MD Verwaltungsgesellschaft Nicolaus & Co. bekannt; deren Papierprogramm freilich paßt – bislang – nicht zum Burda-Bedarf.

Die Konkurrenz-Verlage werden diese beiden Minderheitsbeteiligungen mit einiger Unruhe beobachten. Denn nur wenige Zeitungs- und Zeitschriftenunternehmen sind derzeit noch in der Lage, an die lukrative Anlage von Überschüssen zu denken. Papierpreis- und Lohnsteigerungen einerseits sowie Anzeigerischwund andererseits bringen viele Verlagshäuser eher in die roten Zahlen. Und im Kampf um das knappe Papier sind sich alle die schärfsten Konkurrenten.

Ob sich freilich die WAZ ihres Papierengagements ungetrübt erfreuen kann, ist noch ungewiß. Das Bundeskartellamt hat sich bereits für diese vertikale Konzentration von Papier und Druckerzeugnis interessiert. gf