Die junge Schönheit mit dem Tanga hatte es mir angetan. Blick, Haar, Körperbau, winziger Bikini und Gang waren in der Tat vielversprechend. Dabei war diese schlanke Sexbombe offenbar nichts Besonderes, ein stern-Photograph hatte nur mitten hinein ins volle Menschenleben an Rios Copacabana gehalten und unter tausend Schönheiten ein Fräulein Jedermann und ihre Freundinnen auf Zelluloid gebannt. Rio, wer konnte daran noch den geringsten Zweifel haben, mußte ein Paradies der schönen Mädchen sein.

Unlängst hatte ich Gelegenheit, die Probe aufs Exempel zu machen. Ich schlenderte an einem herrlichen Sonntag die Copacabana entlang auf der Suche nach den Tausendschönchen. Tangas entdeckte ich dabei tatsächlich etliche, freilich dämpfte deren Inhalt mein Entzücken beträchtlich. Wo waren sie nur geblieben, die Schöne aus dem stern und ihre zahllosen Schwestern? Nach neun Kilometern gab ich auf, den letzten schenkte ich mir, enttäuscht.

Hatte ich einen schlechten Tag erwischt, war ich am falschen Strand gewesen, hätte ich die Augen besser aufmachen müssen? Beileibe nicht. Ich habe gründlich recherchiert, einige liebe Kollegen um Unterstützung gebeten, den Rat eines weitgereisten Fachmanns eingeholt. Übereinstimmendes Urteil aller Beteiligten: Es muß sich bei den Schönen von Rio um ein Gerücht handeln.

Zu meiner größten Überraschung fand ich sie dann doch noch, am Abend im Hotel in der Lesehalle: in den brasilianischen Illustrierten und in Anzeigen verschiedener Luftfahrtgesellschaften. Und wie vertraut mir die Bilder waren: alles alte Bekannte aus dem stern. Zweifel stiegen in mir auf: Sollten die Damen womöglich gar keine Brasilianerinnen sein, hatte sie ein cleverer Werbemanager nur eingeflogen?

Für ein prickelndes Rio-Image werden die Tanga-Damen auf alle Fälle weiter sorgen, denn wer gibt schon gerne zu, daß er hereingelegt worden ist? F. R.