Hallo, wird der (kleine) Leser gerufen: "Hallo, hast da dich schon mal einen Regentag furchtbar gelangweilt? Nicht gewußt, was du tun sollst? Geträumt?" Aber ja, und so folgt dann "ein einfaches Rezept, wie man Langeweile verpusten kann", entworfen in einer hinreißenden Anleitung mit der Quintessenz: "Selber was erfinden, das ist Kunst" – mit Farben, Pinseln (vielen), Papier (groß und bunt) und Phantasie. Alles das aber, das sich so munter auf zehn Seiten abspielt, ist nur die freundschaftliche Einladung, selber zu machen, was man ja vorher gelesen, erfahren, erlebt hat, nämlich in sieben Geschichten von sieben Tagen in sieben Farben von Ute Blaich: "Das rosa Pferd." Hauptpersonen sind Julia und ihr selbstgemaltes rosa Pferd, auf dem sie täglich in ein anderes Farbenzauberland reitet, begleitet von Märchen oder märchenhaften Erzählungen, die mit einer Rahmenhandlung zart verzahnt sind. Jeder Tag hat seine eigene Farbe und seine eigene Geschichte, in der diese Farbe funkelt, schimmert, sich spiegelt in allen ihren Schattierungen – in mehr als man denkt. Und so mischen sich Reales und Irreales, Traum und Wirklichkeit, rosa Pferd und richtiges Pferd (wie es, wohl um die fließenden Grenzen menschlichen Bewußtseins sichtbar zu machen, der Graphiker und Photograph Walter Landmann mit wunderschönen Photos tut). Diese "Geschichten zum Malen" sind, mitsamt der Ermunterung zu eigener Aktivität, eins der phantasievollsten, poetischsten, aber auch praktischsten Kinderbücher der Saison. (Stalling, Oldenburg; 75 S., Abb., 16,80 DM)K. M. S.