Das modernste Fortbewegungsmittel ist zugleich das primitivste. Nirgendwo sonst auf der Welt kommt sich der Reisende so verfrachtet vor wie in der Touristenklasse eines Flugzeugs, nicht im Auto, nicht in der Bahn und schon gar nicht auf dem Schiff.

El-Al-Präsident Mordechai Ben-Ari verblüffte nun kürzlich die Öffentlichkeit mit Plänen, die das Fliegen vollends zum Massen-Stück-Touristeilverkehr degradieren werden. Er will schon in Kürze eine dritte Klasse einrichten. So soll beispielsweise ein Jumbo-Jet in Zukunft nur noch zwölf Erstklaßsitze im Oberdeck aufweisen. Das Hauptdeck wird unterteilt in die bisherige Touristenklasse, dann Business class mit 57 Sitzen und in eine Holiday class mit 400 Sitzen.

Der fröhliche Name steht für zusammengepferchte Sitze in Zehnerreihen. Warmes Essen wird nicht mehr serviert, der Holiday-Passagier kauft sich sein Lunch-Paket vor dem Abflug. Nach einer Stewardeß wird er vergeblich rufen, denn die Crew wird um ein Drittel von 15 auf neun Flugbegleiter reduziert.

Ben-Ari sieht in der dritten Klasse offenbar die einzige Möglichkeit, die leeren Plätze auf den Fernflugstrecken in aller Welt zu füllen. Ein solcher Platz im Massen transporter soll rund 50 Prozent billiger sein als der Tarif der bisherigen Touristenklasse.

Da die Phantasie der Flugbosse anscheinend weder ausreicht, den einfachsten Rationalisierungsweg einzuschlagen, nämlich die Zahl der Maschinen dem Verkehrsaufkommen anzupassen, noch Sparmaßnahmen wirklich konsequent durchzuführen, möchten wir unsererseits ein paar Verbesserungsvorschläge machen.

Die Zahl der Sitzplätze in der dritten Klasse könnte durch Weglassen der Toiletten beträchtlich vergrößert werden, in den Jumbos werden die Passagiere ja ohnehin schon in entsprechende Selbstbeherrschung eingeübt. Noch besser wäre eine vierte Klasse ohne Sitze, mit Haltegriffen an der Decke wie im Omnibus: Stehplatz nach Bangkok. ft-